Freiberg Mit Rockabilly wird's noch heißer

Freiberg / Von Uwe Deecke 06.08.2018

Fast endlos war die Parkreihe an amerikanischen Straßenkreuzern, die den Weg zum Festival wiesen. Die Car-Show und der Oldtimer-Wettbewerb, den Marcel Müller von der Backmanufaktur „Gaumentanz“ organisiert hatte, beschränkte sich aber meist auf jene großen „Amischlitten“, die es damals gab. Er stellte zum zweiten Mal die Location über dem Neckar, wo alles zusammen kam: Autonarren, gestylte Rockabilly-Fans und internationale Bands an drei Tagen auf dem Hügel über Freiberg. Die „Rockabilly Days“ kamen schon am Freitag und Samstag nah an die erhofften 8000 Zuschauer und der Sonntag sollte noch folgen.

Die Bewegung ist lebendig, auch nach so langer Zeit. „Uns war wichtig, keinen Eintritt zu verlangen“, sagt Mitveranstalter und Schlagzeuger Hagen Offterdinger, die seit 30 Jahren den Rockabilly lebt. „Wie eine große Familie“ sei die Rockabilly-Szene, die er einmal im Jahr zum großen Treffen holen möchte. Wenn dann noch so namhafte Bands wie die „Jets“ aus Northhampton einfliegen, ist für Zulauf gesorgt. Sie waren der Headliner am Samstagabend, drei sympathische, normal gebliebene Stars der Rockabilly-Szene, die Offterdinger damals mit seinen „Pinstripes“ als Vorband in der Schweiz kennen gelernt hatte. Und sie kamen gerade noch rechtzeitig aus Frankfurt angereist, um bei den „Rockabilly Days“ den letzten Gig vor ihrem zweiwöchigen Sommerurlaub zu spielen.

Am Freitag machten die „Skaphendersmen“ den Auftakt, die „Booze Bombs“ aus Calw sowie die „Backseat Boogies“ aus Italien trieben die Temperaturen noch mehr in die Höhe. Beim Burlesque-Make-up-Workshop konnte man sich stylen, beim Friseur mit antiquiertem Equipment die richtige Frisur zum Wochenende verpassen lassen. Dazu gab es den „Giant Hot Dog“, den „Steakburger mit Schmorzwiebeln“ und den „Homemade Pulled Pork Burger“ zur Stärkung am Eingangsbereich.

Wer noch nicht das passende Outfit hatte, der konnte an einem der vielen Stände was erwerben und dann eintauchen in das Lebensgefühl der Rockabilly-Ära, die anscheinend nie zu Ende geht. Denn auch nach so vielen Jahren begeistert sie immer noch die Menschen, junge wie ältere Semester, die alle hier auf dem Berg vertreten waren.

Vor den Stars aus England rockten am Samstag die Lokalmatadoren von den „Pinstripes“ die Bühne, inklusive einem Live-Heiratsantrag, etwas Romantik muss hier sein. Davor schon hatten die „Railbones“ ihren schweißtreibenden Auftritt auf der großen Bühne mit der gewichtigen Frontfrau Bica und ihrer druckvollen Stimme. Etwas verspätet kamen dann mit den „Jets“ aus England jene drei Brüder, die seit 40 Jahren auf der Bühne stehen und zu den Urgesteinen der Szene zählen. Bob, Ray und Tony Cotton zeigten in ihrer 90-minütigen Show, warum sie zu den ganz Großen im Rockabilly-Zirkus gehören. DJ Spy und DJ Surprise sorgten anschließend dafür, dass die Beine auch nach ihrem Auftritt nicht still standen. Am Sonntag machten schließlich die „Mercy Rebels“ den Abschluss des Festivals, das an der Porschestraße eine Institution werden will.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel