Ingersheim MIT drängt ins Rathaus

Zur Kommunalwahl im nächsten Jahr sucht die Vereinigung MIT noch Mitstreiter. Falls man ein Mandat erzielt, will man sich im Rathaus unter anderem für mehr Transparenz bei den Gemeinderatsentscheidungen einsetzen.  
Zur Kommunalwahl im nächsten Jahr sucht die Vereinigung MIT noch Mitstreiter. Falls man ein Mandat erzielt, will man sich im Rathaus unter anderem für mehr Transparenz bei den Gemeinderatsentscheidungen einsetzen.   © Foto: MARTIN KALB
Ingersheim / Jörg Palitzsch 08.12.2018

Alfred Reinold hat derzeit viel zu tun. Er organisiert Treffen sowie Gesprächsrunden und wirbt mit seinen Mitstreitern vor allem bei jüngeren Leuten im Ort für MIT, eine neue Gruppierung, die es in den Gemeinderat drängt. „Wir stehen für einen kommunalen Politikwechsel, wollen mitreden, mitmachen und mitgestalten“, so Reinold, der in der Gruppe als Vertrauensmann und Sprecher agiert.

Man sieht sich selbst als eine mitgliederunabhängige Wählervereinigung, die im Rathaus nach der Gemeinderatswahl, die am 26. Mai 2019 stattfindet, mitbestimmen will. Und das Werben um Kandidaten hat offensichtlich Erfolg. Rund zehn Bürger seien inzwischen bereit, auf die Liste zu gehen, der Wahlvorschlag muss bis zum 28. März 2019 eingereicht werden.

Dies sind noch starke vier Monate, Zeit, die MIT nutzen will, um inhaltlich zu überzeugen. Eine der ersten Forderungen ist, dass der Gemeinderat seine gestaltende Rolle und auch seine Kontrollfunktion gegenüber der Verwaltung wahrnehme.

Ein großer Kritikpunkt von MIT ist die Ausrichtung der Gemeinde allein am Wachstum. So wolle man sich für eine maßvolle Dorfentwicklung einsetzen, die sich an der Eigenentwicklung des Regionalplanes ausrichte. Auch die Gewerbeansiedlungen sollen allein nach dem Bedarf der eigenen Kommune erfolgen. Dazu, so Reinold, brauche man keine weiteren Flächen verbrauchen, um neue Wohngebiete auszuweisen, „es kann doch nicht immer so weiter gehen“.

Die Finanzen der Gemeinde hat MIT besonders im Blick. Eine frühzeitige und sachliche Information im Gemeinderat über Planungen und Vorhaben soll der finanziellen Leistungsstärke von Ingersheim dienen. Vorrang habe, die Bürger vor Steuer- und Abgabenbelastungen zu verschonen. Diese seien so lange abzulehnen, bis nachhaltige Einsparungen vorgenommen werden können, heißt es in einem Positionspapier der Gruppe.

Als weitere Themen werden in dem Papier der Erhalt und Schutz von Gebieten zur Grundwasserneubildung, die Gestaltung des Wasserpreises sowie die Erhaltung von Straßen und Gehwegen genannt.

Es dürfe, so Reinold, kein Durchregieren mehr geben. Vielmehr müssten klare, für die Bürger transparente und logische Entscheidungen fallen. Von den im Gemeinderat vertretenen Parteien und Gruppierungen fühlen sich die Sympathisanten von MIT nicht vertreten.

Gleichwohl könne man sich eine Zusammenarbeit mit den Grünen als auch mit der WIR-Gruppe vorstellen. Wenn die Themen passen und man überhaupt einen Platz im Gremium erringen könne. Grundsätzlich ist sich die Gruppe in einem einig: „Eine andere Politik muss her“, so Alfred Reinold und seine Mitstreiter.

Info Mit dem Bericht über Ingersheim geht die BZ-Serie über die Vorbereitungen zur Kommunalwahl zu Ende. Wir berichteten seit Anfang der Woche aus Bietigheim-Bissingen, Sachsenheim, Bönnigheim, Besigheim und Ludwigsburg.

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