Sachsenheim Mietobjekte für die Kinderbetreuung

Der Technischen Ausschuss der Stadt hat eine Studie in Auftrag gegeben, um festzustellen, ob der Kindergarten Arche Noah (Foto) durch einen Anbau für zwei weitere Kindergartengruppen erweitert werden kann.
Der Technischen Ausschuss der Stadt hat eine Studie in Auftrag gegeben, um festzustellen, ob der Kindergarten Arche Noah (Foto) durch einen Anbau für zwei weitere Kindergartengruppen erweitert werden kann. © Foto: Martin Kalb
Sachsenheim / Michaela Glemser 12.10.2018

Wenn die Betreuungsplätze in den Kindertageseinrichtungen  nicht ausreichen, müssen die Kommunen auch neue, ungewöhnliche Wege gehen. Dies zeigt sich derzeit in Sachsenheim, wo die Stadtverwaltung per Anzeige auf ihrer Homepage im Internet Wohnungen, Gebäude und andere Räumlichkeiten in Großsachsenheim zur Miete sucht, um diese als Kindertageseinrichtungen nutzen zu können.

Geeignet sind, laut Anzeige, Immobilien mit mindestens 90 Quadratmetern Nutzfläche, Sanitäranlagen und nach Möglichkeit auch mit einer Küchenzeile und einem Gartenzugang oder einem Spielplatz im näheren Umfeld. Diese Mietobjekte sollen für Betreuungszeiten von Montag bis Freitag von 7.30 bis 13.30 Uhr dienen.

Alle Möglichkeiten ausloten

„Angesichts der stetig steigenden Anmeldezahlen für die institutionelle Kinderbetreuung müssen wir alle Möglichkeiten ausloten, um kurz- und mittelfristig zusätzliche Betreuungsplätze bereitstellen zu können“, erklärt die Pressesprecherin der Stadt, Nicole Raichle und ergänzt: „Andere Kommunen haben mit der Anmietung von Wohnraum für die Kinderbetreuung bereits gute Erfahrungen gemacht. Wir möchten dies im Interesse der Sachsenheimer Familien auch versuchen.“

Die Planung von An- und Neubauten für die Kinderbetreuung sei aber damit keineswegs vom Tisch, nur hätten solche Vorhaben von der Idee bis zur Inbetriebnahme erfahrungsgemäß einen mehrjährigen Vorlauf, macht Raichle deutlich. Mit der Anmietung von Räumlichkeiten und Gebäuden hoffen die Vertreter der Stadt Sachsenheim, zeitlich schneller verfügbare Lösungen zu finden.

Gerade jüngst hatten die Mitglieder des Technischen Ausschusses zwei Machbarkeitsstudien in Auftrag gegeben, um festzustellen, ob der Kindergarten Arche Noah unter der Trägerschaft der evangelischen Kirchengemeinde Großsachsenheim um einen Anbau für zwei weitere Kindergartengruppen erweitert werden könne, und der Großsachsenheimer Kindergarten Regenbogen eine zusätzliche Gruppe im Obergeschoss beherbergen könne.

Damals kritisierten einige Ausschussmitglieder, dass die Konzentration beim Ausbau der Kinderbetreuung nur auf Großsachsenheim liege, während die Kirbachtalgemeinden beispielsweise nicht berücksichtigt werden würden.

„Der Fokus liegt auf Großsachsenheim, weil dort aktuell die meisten Anmeldungen registriert werden“, betont Stadtsprecherin Raichle, „aufgrund der Einwohnerentwicklung in diesem Stadtteil wird der Bedarf dort, nach den Zahlen unserer Bedarfsplanung, auch mittelfristig so bleiben und sogar noch erheblich ansteigen. Aktuell haben wir in Großsachsenheim für einige Betreuungsformen schon ein Platzdefizit.“ Die Fachleute der Verwaltung prüfen aber auch Vorhaben in anderen Stadtteilen. „Aus den genannten Gründen hat Großsachsenheim allerdings Priorität, denn wir wollen den Familien im Optimalfall Plätze in Kindertageseinrichtungen anbieten, die möglichst nah am Zuhause der Kinder liegen“, ergänzt Nicole Raichle.

Die Vertreter der Stadt führen derzeit ebenfalls Gespräche über die Einrichtung einer Waldkindergartengruppe in Hohenhaslach unter der Trägerschaft des evangelischen Kindergartens Unterm Weinberg. „Die Nachfrage der Eltern für Betreuungsplätze mit waldpädagogischem Profil ist ungebrochen“, sagt die Pressesprecherin.

Der Versorgungsgrad bei der Kinderbetreuung sei in den Stadtteilen Häfnerhaslach, Hohenhaslach und Ochsenbach in der Summe aber ausreichend. Dies ist jedoch nicht so in Großsachsenheim, wo die Verantwortlichen der Stadt derzeit geradezu einen Ansturm auf die Betreuung mit verlängerten Öffnungszeiten von sechs Stunden täglich für Kinder über drei Jahren erleben. Daher kann es aktuell bei dieser Betreuungsform zu Wartezeiten kommen. Gemäß den Anmeldezahlen für das aktuelle Kindergartenjahr 2018/2019 ist in Großsachsenheim ohnehin mit einem Defizit von 40 Plätzen für Kinder über drei Jahren zu rechnen.

Die prognostizierte Entwicklung der Kindergartenbedarfsplanung zeigt auf, dass im Stadtgebiet Sachsenheim bis zum Jahr 2025 sogar elf zusätzliche Kindergartengruppen notwendig sind.

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