Kreis Ludwigsburg Mehr Flexibilität mit dem Elektrorad

Eine Beispielstation von  „RegioRadStuttgart“.
Eine Beispielstation von „RegioRadStuttgart“. © Foto: VVS
Am 1 / Von Mathias Schmid 27.06.2018

Im Mai ist das neue Fahrrad-Verleihsystem „RegioRadStuttgart“ an den Start gegangen. Es ersetzt den bisherigen Anbieter „NextBike“. Einige Kommunen wie Bietigheim-Bissingen oder Vaihingen rüsten nur vom einen zum anderen Anbieter um, andere wie Sachsenheim schließen sich neu an. Ein großer Vorteil: Pedelecs (und Fahrräder) können in Zukunft an allen Stationen von „RegioRadStuttgart“ zurückgegeben werden. Für die Kommunen sind Pedelecs meist ein Minus-Geschäft, das dennoch positiv gesehen wird.

In der Landeshauptstadt und weiteren Kommunen in der Region stehen bereits jetzt rund 700 Fahrräder von „RegioRadStuttgart“ im blauen Design zur Verfügung, teilt das Unternehmen auf seiner Homepage mit. Ende September kommen 150 neue Pedelecs mit motorisierter Unterstützung dazu. Die Räder müssen nicht zum Startpunkt zurückgebracht werden, man kann sie einfach an einer der mehr als 100 Ausleihstationen abgegeben. Allein in Stuttgart gibt es rund 75 Stationen. Aus dem Kreis Ludwigsburg hat sich nach Angaben von  „RegioRadStuttgart“ bisher Gerlingen angeschlossen. Folgen werden unter anderem Bietigheim-Bissingen, Vaihingen, Ludwigsburg, Freiberg und Sachsenheim. 

Diskutiert wurde der Anschluss an das interkommunale und regionsweite Fahrrad- und Pedelec-Verleihsystem (FVS) jüngst im Sachsenheimer Gemeinderat. Dort wurde unter anderem die Rentabilität bezweifelt. Die Verwaltung hofft, jeweils einen kleinen Beitrag gegen das hohe Verkehrsaufkommen und für den Tourismus leisten zu können. Zudem verweist sie auf den Vorteil, dass die Räder nicht am Ausgangspunkt, sondern auch an anderen Standorten zurückgegeben werden können.

In Bietigheim-Bissingen und Vaihingen soll über den Jahreswechsel die Umstellung vom alten auf den neuen Anbieter erfolgen. Beide haben jeweils zehn Pedelecs von „NextBike“ zur Verfügung. In Bietigheim am Bahnhof hat die Nutzung aber seit der Einführung im November 2013 stetig abgenommen. Gab es 2014 noch 920 Ausleihen im gesamten Jahr, sanken diese bis 2017 auf 330. Das machte 2017 noch Einnahmen von 880 Euro.

11  000 Euro jährlich

Bei rund 12 000 Euro Kosten im Jahr für den Betrieb der Ausleihstelle ergibt das bisher bei „NextBike“ einen Fehlbetrag für die Stadt von rund 11 000 Euro. Für Stadtsprecherin Anette Hochmuth aber nicht schlimm. „Für uns ist das ein Standortfaktor für die Tourismus- und Bürgerförderung“, betont sie. Zukünftig soll es mit „RadRegioStuttgart“ sogar noch mehr Standorte geben, eventuell beim Kronenzentrum und dem Rathaus Bissingen.

In Vaihingen betont Sprecherin Martina Fischer: „Die Fahrräder werden ganz ordentlich genutzt.“ Die Stadt müsse zwar auch hier „ein bisschen drauflegen“, aber auch hier macht die Stadt das „gern, weil es keine rein finanzielle Geschichte ist.“

„RegioRadStuttgart“ – so funktioniert es

„RegioRadStuttgart“ wird betrieben von der Deutschen Bahn Connect, eine Tochter der Deutschen Bahn. Einmalig ist eine Anmeldung online notwendig. Zum Entleihen der Fahrräder und Pedelecs muss der fünfstellige Code auf den Rädern in der App auf dem Smartphone ein- oder per Telefon durchgegeben werden. Dann kann losgeradelt werden.

Vorteile haben Inhaber einer Polygo-Card, mit der das Rad ebenfalls freigeschaltet werden kann. Sie zahlen ebenfalls eine Jahresgebühr von drei Euro, die als Fahrtguthaben gutgeschrieben wird. Für die Karteninhaber ist dann die erste halbe Stunde mit einem Fahrrad kostenlos. Danach kostet die Fahrt einen Euro pro halbe Stunde, höchstens aber zehn Euro am Tag.

Für Pedelecs zahlen Nutzer grundsätzlich 10 Cent pro Minute. Mit Polygo-Karte fallen aber maximal drei statt vier Euro pro Stunde und höchstens 12 statt 16 Euro am Tag an. Vor Fahrtantritt kann man die Räder bis zu 45 Minuten lang reservieren. Bis zum 31. Dezember können, wo schon vorhanden, Pedelecs eine halbe Stunde lang kostenlos getesten werden. msc

www.regioradstuttgart.de

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