Ausstellung Mann-Enkel in Marbach

Marbach / bz 07.11.2018

Insgesamt 14 Jahre verbrachte Thomas Mann in den Vereinigten Staaten. Bis Kriegsende wirkte er als wichtigste Stimme des Exils und prominenter Vermittler, danach wieder als Schriftsteller, der sich mit einer grundlegend veränderten Lage des Landes, in dem er einst Zuflucht gesucht hatte, auseinandersetzen musste: dem Beginn des Kalten Krieges. Die Ausstellung „Thomas Mann in Amerika“, die am 22. November im Literaturmuseum der Moderne eröffnet wird, fragt laut einer Mitteilung nach den Auswirkungen des amerikanischen Exils für Thomas Mann, der schon über 60 Jahre alt ist, als er in die Staaten geht, wo sich sein literarisches Denken und Schreiben noch einmal grundsätzlich ändern wird.

Zentrum des Exils

Als „Oval Office der Emigrationsbewegung auf Hitlers Terror in Berlin“ bezeichnete Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das 2016 von der deutschen Bundesregierung erworbene Thomas-Mann-Haus in Pacific Palisades: Hier hielt Mann seine Radioansprachen, verfasste er bedeutende Romane und empfing Intellektuelle wie Martin Buber und Albert Einstein. Frido Mann verbrachte als Enkel von Thomas Mann viele Monate seiner Kindheit in der kalifornischen Mann-Villa: Zur Eröffnung am 22. November, 19.30 Uhr, liest der Enkel aus seinem gerade erschienenen Buch „Das Weiße Haus des Exils“ und erzählt im Gespräch mit Jan Bürger von seinen amerikanischen Jahren mit Thomas Mann, anschließend spricht die Literaturwissenschaftlerin Meike Werner. Fast alle Tagebücher, die vor 1933 entstanden sind, warf Thomas Mann im Mai 1945 in seiner Villa in Pacific Palisades ins Feuer. Ein in Arosa, im Schweizer Exil begonnenes Heft markierte den Neuanfang. Rund 100 Exponate, darunter Leihgaben des Thomas-Mann-Archivs in Zürich, zeigen den Wandel in Manns Selbstverständnis als Schriftsteller während seines Exils.

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