Gaststätten Ludwigsburger Marktplatz bleibt die große Ausnahme

Nicht nur bei Sonnenschein locken die Cafés am Ludwigsburger Marktplatz. Bis Saisonende dürfen sie jetzt abends länger im Freien bewirten. In der Region folgt erst mal keine andere Gemeinde dem Beispiel.
Nicht nur bei Sonnenschein locken die Cafés am Ludwigsburger Marktplatz. Bis Saisonende dürfen sie jetzt abends länger im Freien bewirten. In der Region folgt erst mal keine andere Gemeinde dem Beispiel. © Foto: Martin Kalb
Kreis Ludiwgsburg / Von Frank Ruppert 14.08.2018

Am Ludwigsburger Marktplatz können Besucher bald eine Stunde länger laue Sommernächte genießen, Lokale rund um den Marktplatz dürfen testweise an Freitagen, Samstagen und vor Feiertagen die Außenbewirtschaftung bis 24 Uhr verlängern, Ausschankende ist um 23.30 Uhr, teilt die Stadt mit. Die Testphase startet am Mittwoch, 15. August, und endet am Mittwoch, 31. Oktober. Danach werden die Erfahrungen ausgewertet. Die Regelung gilt für alle Gastronomen in der sogenannten „Gebührenzone I Innenstadt“ rund um den Marktplatz, insgesamt also 14 Gastronomen, wie Meike Wätjen von der Pressestelle der Stadt mitteilt. Mitte Juni sei die Interessengemeinschaft „Gastro am Marktplatz“ mit der Bitte um Ausdehnung der Außenbewirtschaftungszeiten auf die Verwaltung zugekommen. Gerade wenn Veranstaltungen in der Stadt (zum Beispiel Konzerte) stattfinden, sei die Nachfrage sehr groß. Zum anderen verschiebe sich der Gaststättenbesuch aufgrund der hohen Temperaturen in der Tageszeit immer weiter nach hinten, wurden als Gründe genannt.

Aber wie sieht es eigentlich in anderen Städten und Gemeinden im Kreis aus? In Bietigheim-Bissingen dürfen die Lokale bis 23 Uhr außen bewirtschaften. Anders als in Ludwigsburg, wo von der neuen Testphase nur ein Teil der Stadt betroffen ist, gilt die 23-Uhr-Regel laut Pressesprecherin Anette Hochmuth in der ganzen Stadt, also allen Bereichen. „Da ist keine Änderung geplant“, teilt sie auf BZ-Nachfrage mit. Eine Ausweitung scheint auch deswegen unwahrscheinlich, weil schon jetzt einzelne Anwohner über Lärmbelästigung klagen, wie bei einem Besuch des BZ-Mobils im Mai offensichtlich wurde.

In Besigheim dürfen die Gastwirte bis 22 Uhr auch draußen servieren. „Es gibt auch Stimmen, die eine Ausweitung begrüßen würden“, sagt die stellvertretende Hauptamtsleiterin Anette Walz auf BZ-Nachfrage. Allerdings sei die Diskussion nicht so weit, dass es bereits konkrete Ansätze oder Vorschläge für eine solche Verkürzung der Sperrzeiten gebe.

Birgit Papendorf vom Ordnungsamt in Bönnigheim erklärt, dass sie auch schon gehört habe, was in Ludwigsburg geplant sei. In Bönnigheim sei eine solche Verkürzung der Sperrzeiten aber nicht vorgesehen. Bis 22 Uhr können die Gastronomen im Freien bewirten. „Wer die Bewirtung bis 23 Uhr verlängern will, kann dies über eine Ausnahmegenehmigung. Die muss aber beim Landratsamt beantragt werden“, erklärt Papendorf.

Ganz ähnlich verhält es sich in Sachsenheim, wie Pressesprecherin Nicole Raichle verrät: „In Sachsenheim ist die Außenbewirtschaftung grundsätzlich bis 22 Uhr genehmigt“, schreibt sie. Bei größeren, überregionalen Festen könne diese Genehmigung auf Antrag in der Nacht von Samstag auf Sonntag bis maximal 0 Uhr ausgeweitet werden.

Naturgemäß positiv steht der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga der Verkürzung von Sperrzeiten gegenüber. Daniel Ohl, Pressesprecher des Landesverbands begrüßt daher die Testphase in Ludwigsburg. Gerade an Orten, die touristisch so interessant seien wie die Innenstadt von Ludwigsburg, sei ein Verkürzung wünschenswert. Dabei sei zu bedenken, dass die Öffnungszeiten des Einzelhandels in den vergangenen Jahren auch ausgeweitet wurden. Die Zahl der Tropennächte sei in den vergangenen Jahren gestiegen, sodass sich auch das Geschäft der Wirte nach hinten verlagere. Er räumte aber auch ein, dass die Anwohner gehört werden müssen, deshalb sei eine solche Testphase gut.

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