Gamescom Ludwigsburger im Spieler-Himmel

Ludwigsburg / Frank Ruppert 23.08.2018

Die größte Computerspiele-Messe der Welt, die Gamescom, findet dieser Tag in Köln statt. Auch aus der Region pilgern Spielebegeisterte wie die Mitglieder des Teams eSports Ludwigsburg dorthin, um sich über Neuheiten zu informieren, sich mit anderen zu messen und um nach Sponsoren Ausschau zu halten, wie Robin Brauer, einer der Leiter der Gruppe verrät.

„Die Gamescom ist ein riesiges Event, die Besuchermassen sind beeindruckend. Umso schöner ist es allerdings auch, dass wir als Fachbesucher schon am Dienstag, einen Tag früher und damit wesentlich entspannter, die zehn Hallen mit ihren unzähligen Ständen erkunden konnten“, so Brauer. Fachbesucher sind er und seine Mitstreiter deswegen, weil sie nicht nur zu Hause oder im Freundeskreis spielen sondern sich dabei richtig organisiert haben. Angefangen hat alles als AG an der PH Ludwigsburg. In der sich Studenden getroffen haben, die an eSport, also dem wettbewerbsmäßigen Spielen von Computer- und Videospielen, Spaß haben. Seit Anfang 2017 ist eSports Ludwigsburg auch eine hochschulunabhängige Vereinigung, die allen eSport-Interessierten offen steht.

Anerkennung als Sport

Die Ludwigsburger Spieler messen sich regelmäßigen mit anderen Teams in verschiedenen Spielen. Die Computerspiele müssen - um als eSport betrieben werden zu können - auf Wettbewerb ausgerichtet sein. Aber es sei ein Zuschauersport, in dem Sinne sei eSport von den Spielen abhängig, die die Massen begeistern und fesseln müssen, so Brauer. In Asien etwa ist eSport schon länger eine große Sache und lockt tausende Zuschauer an. Auch in Europa wächst die Szene immer mehr.

Es ist so populär, dass viele dafür kämpfen, es als richtigen Sport anzuerkennen. Auch Brauer: „eSport reißt die Menschen mit und löst vor allem durch das Gemeinschaftsgefühl und die Begeisterung wie im regulären Sport starke Emotionen aus. Desweiteren findet eSport nach denselben sportlichen Werten Fairness, Respekt und Toleranz statt. eSport ist kompetitiv und fordernd.“

Unis treten gegeneinander an

Die Spieler aus Ludwigsburg trainieren nach eigenen Angaben zwei Mal pro Woche für jeweils zwei bis drei Stunden. Das 40-köpfige Team hat auch eine weitere Parallele zum etablierten Sport zu bieten: „Seit Kurzem können wir uns aktiv auf Sponsorensuche begeben, da hilft die Gamescom natürlich extrem. So können wir unseren Mitgliedern mehr bieten und uns stetig vergrößern.“, sagt Brauer. Außerdem sei die Messe hilfreich, um sich mit den diversen Spiele- und Hardwareherstellern kurz zu schließen und Kontakte für zukünftige Projekte zu knüpfen.

Die Ludwigsburger nehmen in mehreren Spieldisziplinen an der Uni-Liga teil, bei der wöchentliche Spiele gegen Teams von anderen deutschen Hochschulen stattfinden. Außerdem veranstaltet das Team auch interne Turniere und nimmt nach eigenen Angaben immer wieder gerne Einladungen anderer Organisationen an.

Spielen ist zum Millionengeschäft geworden

Der eSport-Bund Deutschland definiert eSport in seiner Satzung als das sportwettkampfmäßige Spielen von Video- oder Computerspielen, insbesondere auf Computern und Konsolen, nach festgelegten Regeln. Die für den deutschen Bereich aktuell relevanten eSport-Titel (auch: „Disziplinen“) lassen sich laut Verband nur beispielhaft darstellen, denn viele Titel haben eine langjährige Basis an Spielern, ohne im medialen Rampenlicht zu stehen. Aktuelle eSport-Titel sind etwa „League Of Legends“, „DOTA 2“, „Counter-Strike“, „StarCraft II“ und die  „FIFA-Reihe“.

Von einem milliardenschweren Markt ist die Rede, wenn es um eSport geht, melden die Wirtschaftsprüfer von „PricewaterhouseCoopers“(PwC). Im vergangenen Jahr habe eSport weltweit 557 Millionen Euro umgesetzt. Davon entfiel etwa ein Zehntel, 51,2 Millionen Euro, auf den deutschen Markt. „Nach unserer Prognose könnten sich die Erlöse weltweit bis zum Jahr 2022 ungefähr verdreifachen und in Deutschland auf fast 129 Millionen Euro steigen“, teilt PwC mit. Spieler und Teams kämpfen auf großen Turnieren um bis zu siebenstellige Preisgelder. Ebenso zeichnet sich der professionelle Markt durch hohe Transfersummen von mehr als 500 000 Euro aus. fr

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