Parteien Ludwigsburger Delegierte tendieren zu Friedrich Merz

Annegret Kramp-Karrenbauer, CDU-Generalsekretärin, und Friedrich Merz, ehemaliger Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU gehen wohl als Favoriten in den Parteitag am Freitag. Bei den Delegierten aus dem Landkreis dürfte Merz die Nase vorn haben.
Annegret Kramp-Karrenbauer, CDU-Generalsekretärin, und Friedrich Merz, ehemaliger Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU gehen wohl als Favoriten in den Parteitag am Freitag. Bei den Delegierten aus dem Landkreis dürfte Merz die Nase vorn haben. © Foto: dpa
Landkreis Ludwigsburg / Frank Ruppert 06.12.2018

Neun Delegierte entsendet der Ludwigsburger CDU-Kreisverband zum Parteitag nach Hamburg am Freitag und Samstag. Insgesamt 1001 Delegierte aus ganz Deutschland wählen dabei den Nachfolger von Angela Merkel im Amt des Parteivorsitzenden. Die bekanntesten Kandidaten, Annegret Kramp-Karrenbauer, Friedrich Merz und Jens Spahn, haben sich schon auf Regionalkonferenzen vorgestellt. Auch wenn im Land bei den 154 wohl eine leichte Tendenz Richtung Merz auszumachen sein soll, gab Landeschef Thomas Strobl  keine Wahlempfehlung.

„Ich werde mich für den entscheiden, der die Partei am besten zusammenführen kann“, sagt Rainer Wieland, Kreisvorsitzender und Vizepräsident des Europäischen Parlaments, der am Mittwoch auf einer Delegationsreise in Westafrika war. Zur Gefahr einer zerrissenen Partei sagt er: „Auch über diese Personalentscheidung hinaus glaube ich, dass der einzige Ruck, der durch die Partei gehen muss, der ist, dass die Streitereien aufhören.“

Für Michael Schreiber, stellvertretender Kreisvorsitzender aus Großbottwar, seien Parteitage so etwas wie Familientreffen, deshalb freue er sich auch auf diesen. „Dass jetzt eine wichtige Wahl ansteht, macht die Sache natürlich noch spannender“, freut er sich. Von den neun Delegierten seien nur einer oder zwei noch nicht festgelegt. „Ich habe mich schon früh für Friedrich Merz ausgesprochen“, so Schreiber. Es gebe keine Vorgabe für die Kreisdelegierten, wen sie zu wählen haben. Gleichwohl sieht Schreiber eine Tendenz, die dem Landestrend entspricht: „Wir hatten eine mitgliederoffene Vorstandssitzung vor einigen Wochen. Auch wenn es da keine Abstimmung gab, würde ich anhand der Wortmeldungen schon sagen, dass zwei Drittel für Merz und ein Drittel für Kramp-Karrenbauer sind.“ Angst, dass eine knappe Abstimmung die Partei spalten kann, hat Schreiber nicht. „Die  Kandidaten sind bislang sehr fair miteinander umgegangen und ich habe auch an der Basis niemanden gehört, der mit dem Aufhören gedroht hat, sollte sein Favorit nicht gewählt werden“, sagt Schreiber.

Zu den Merz-Anhängern gehört auch der Bietigheimer Landtagsabgeordnete Fabian Gramling: „Ich glaube Friedrich Merz ist die beste Wahl und ich bin optimistisch, dass er zum Vorsitzenden gewählt wird.“ Zu einer Aussage über eine eindeutige Tendenz im Kreis will sich Gramling nicht hinreißen lassen: „Das ist alles sehr subjektiv und man muss unterscheiden zwischen Funktionsträgern und der Basis.“ Bei den neun Delegierten könne er den Eindruck einer Stimmung pro Merz aber bestätigen. Die Befürchtung, dass die Wahl zu einer Spaltung der Partei führen könnte, hat er nicht: „Wir haben drei gute Kandidaten, da würden sich andere Parteien glücklich schätzen.“

„Sicherlich wird es der spannendste CDU-Bundesparteitag seit ich dabei bin. Ich freue mich auf die Tage in Hamburg und hoffe, dass gute Signale von diesem Parteitag ausgehen“, sagt der Ludwigsburger Bundestagsabgeordnete und Staatssekretär Steffen Bilger. Er habe aus der Basis unterschiedliche Rückmeldungen zu den Kandidaten erhalten und möchte keinen Favoriten nennen. Auch persönlich habe er zwar eine klare Meinung, aber die Wahl sei geheim.

Für Bilger besteht die Gefahr einer zerrissenen Partei nicht: „In der CDU hat sich in den vergangenen Wochen eine Aufbruch­stimmung und tolle Dynamik entwickelt, auch weil die drei Kandidaten unterschiedliche Bereiche unserer Volkspartei ansprechen und wichtige Themen für die CDU besetzen. Ich bin mir sicher, dass die CDU gestärkt aus dem Parteitag hervorgehen wird. Im Übrigen setze ich darauf, dass die unterlegenen Kandidaten dazu beitragen werden, dass der oder die neue Vorsitzende mit breitmöglichster Unterstützung in die neue Aufgabe starten kann.“

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