Polizei Ludwigsburg ist nicht Chemnitz

Landkreis Ludwigsburg / Frank Ruppert 07.09.2018

Kreis Ludwigsburg. Angesichts der  Vorkommnisse in Chemnitz hat die BZ nachgefragt, wie sich die Situation rechts- und linksextremer Straftaten im Landkreis darstellt. Dazu hat Pressesprecherin Tatjana Wimmer vom Polizeipräsidium Ludwigsburg einige Fragen beantwortet:

Wie viele rechtsextremistisch motivierten Taten gab es 2018 und in den Vorjahren im Landkreis?

Tatjana Wimmer: Im Landkreis Ludwigsburg wurden 2016 insgesamt 59 rechtsextreme Straftaten verzeichnet. 2017 waren es 68. Im Vergleich des ersten Halbjahres 2018 zum gleichen Zeitraum 2017 gab es einen Rückgang von mehr als 30 Prozent. Wir sprechen hier in der Hauptsache von Sachbeschädigungen und Beleidigungen.

Wie sieht die Entwicklung bei linksextremen Straftaten aus?

Linksextreme Straftaten gab es 16 im Jahr 2016 und 9 im Jahr 2017. Die Halbjahreszahlen bewegen sich im niederen einstelligen Bereich. Hier gab es auch keine Veränderungen. Und auch hier handelte es sich um Sachbeschädigungen und Beleidigungen.

Wie sieht es beim Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen aus, wie IS-Flaggen?

Bei den Straftaten gegen Paragraf 86a des Strafgesetzbuchs  hatten wir 2017 im gesamten Präsidiumsbereich (Landkreise Ludwigsburg und Böblingen) 70 Fälle zu verzeichnen. Im Jahr 2016 waren es 82. Die Halbjahresstatistik 2018 und 2017 blieb nahezu gleich.

Wie viele Straftaten von Asylbewerbern gab es bislang 2018 im Landkreis?

Asylbewerber und Flüchtlinge wurden im Jahr 2016 in 1635 Fällen zur Anzeige gebracht. 2017 handelte es sich um 1441 Fälle im Landkreis Ludwigsburg. Im Zeitraum Januar bis August 2018 gab es im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Jahres 2017 rund sechs Prozent mehr Fälle.

Wie ist die Aufteilung in Straftaten?

Dabei handelte es sich 2017 bei den von Asylbewerbern begangenen Straftaten um 325 (2016: 273) Körperverletzungen, 88 (2016: 66) Straftaten nach dem Betäubungsmittelgesetz und 2 (2016: einen) Verstößen gegen das Waffengesetz. Die Tendenz im Zeitraum von Januar bis August 2017 zu 2018 ist bei den Körperverletzungsdelikten leicht fallend, bei den Rauschgiftdelikten ist ein Anstieg zu verzeichnen, während die Verstöße gegen das Waffengesetz gleich geblieben sind.

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