Richtfest Logistik für die Mission Zukunft

Andreas Lukesch 05.06.2018

Porsches Kampfansage für den Tesla soll 2019 auf den Markt kommen. Mission E heißt das Elektro-Sportwagenkonzept der Autobauer aus Zuffenhausen, die den Hoffnungsträger der Zukunft genau dort am Stammsitz der heutigen VW-Tochter bauen wollen. Die Teile für den E-Flitzer werden zum größten Teil aus dem Landkreis Ludwigsburg kommen, unter anderem aus Freiberg.

Im Gewerbegebiet Neckar I an der Marbacher Straße wurde am Montag Richtfest für ein 11 300 Quadratmeter großes Logistik-Zentrum gefeiert, das von der bereits aus dem Sachsenheimer Eichwald bekannten Firma Segro gebaut und nach der Fertigstellung an die Porsche Logistik GmbH vermietet wird.

Letztere wird dort Komponenten für die Montage des Mission E zusammenstellen und, individuell auf das jeweilige Fahrzeug ausgerichtet, an die Fertigung in Zuffenhausen liefern, wie der Geschäftsführer von Porsche Logistik, Marc Lösken, am Montag gegenüber der BZ erläuterte.

Nachbar LGI

Die Wahl der Segro-Planer fiel 2017 wohl zunächst eher zögerlich auf Freiberg. Zumindest sprach Segro-Chef beim Richtfest davon, dass die Struktur des Grundstücks und die nahen Strommasten als Hürden angesehen worden waren. Dann aber gaben doch die Nähe zur Autobahn A 81 und vor allem der benachbarte Herrenberger Logistiker LGI (Logistics Group International) den Ausschlag, den Standort in Freiberg von der Stadt zu erwerben. Auch LGI, das die neu errichtete Halle auf dem ehemaligen Schwörer-Areal im vergangenen Jahr bezogen hat, ist in die Lieferkette für das Porsche-Elektrofahrzeug mit eingebunden.

Und auch in Freiberg selbst schlugen die Wellen der Begeisterung über die Ansiedlung des Logistikers nicht überall hoch. Vor allem der LKW-Verkehr, den Freibergern noch aus der Zeit von Vorgänger Kühne und Nagel vertraut, und welche Wege der sich durch Freiberg sucht, sind auch für Bürgermeister Dirk Schaible nach wie vor ein Thema.

Strecken-Vereinbarungen

Zwar gibt es Vereinbarungen sowohl mit LGI als auch mit dem künftigen Nachbarn, die Logistik-Standorte direkt über die Autobahn anzufahren, man müsse aber auch darauf achten, dass sich die LKW-Fahrer daran hielten, so Schaible. Insgesamt aber wertete er die Ansiedlung von Porsche in Freiberg auch als einen Beitrag zur wirtschaftlichen Stärkung der Region. „Porsche hat sich entschieden, den Mission E in Zuffenhausen zu bauen und damit ein klares Bekenntnis zum Wirtschaftsraum Stuttgart abgegeben. Das unterstützen wir mit der Bereitstellung einer der benötigten Logistikflächen“, so Schaible. Im neuen Logistik-Zentrum sollen nach Porsche-Angaben bis zu 150 Menschen arbeiten.

Tatsächlich ist die Ausdehnung Porsches ins Umland auch Teil des Standortumbaus in Zuffenhausen. 700 Millionen Euro steckt Porsche in die Neuausrichtung des Stammsitzes, 1000 neue Arbeitsplätze sollen insgesamt entstehen. Das benötigt vor allem Platz, weshalb Teile der Produktion und vor allem Lagerflächen aus Zuffenhausen ausgelagert werden müssen.

Besonders im Fokus steht der Eichwald in Sachsenheim. Dort ist neben dem bereits bestehenden Ersatzteillager nun ein weiteres entstanden, in dem Teile für die Serienfertigung des 911er gelagert werden.

Nebenan hat Segro für den Elektromotor-Spezialisten Dräxlmaier gebaut und befindet sich bereits in der Erweiterung. Von dort werden Batteriesysteme für den Mission E geliefert (die BZ berichtete).

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