Schwerpunkt Notfallversorgung Leitstelle hat immer genügend Disponenten zur Verfügung

In der Integrierten Leitstelle in Ludwigsburg laufen die Fäden bei der Notfallversorgung im Landkreis zusammen.
In der Integrierten Leitstelle in Ludwigsburg laufen die Fäden bei der Notfallversorgung im Landkreis zusammen. © Foto: Martin Kalb
Ludwigsburg / Uwe Mollenkopf 18.08.2018

Betriebsferien in der Integrierten Leitstelle in Ludwigsburg? Undenkbar. In der Einrichtung in der Feuerwache, in der die Fäden bei der Notfallversorgung im ganzen Landkreis zusammenlaufen, muss immer genügend Personal vorhanden sein – Sommerferien hin oder her.

„Die Personalvorhaltung bleibt des ganze Jahr, also auch in den Ferien, unverändert“, teilt Dr. Andreas Fritz, der Pressesprecher des Landratsamtes, mit. Der Landkreis und der DRK-Kreisverband betreiben die Ende 2013 eingeweihte Leitstelle gemeinsam. Damit immer genügend Mitarbeiter da sind, werde der jeweilige Urlaub eines Mitarbeiters im Dienstplan festgeschrieben, berichtet Fritz. Kurzfristige Ausfälle, beispielsweise durch Krankheit, würden durch tägliche „Abrufschichten“ kompensiert. Die Personalstärke in der Leitstelle schwankt zwischen drei und sechs Disponenten. Wie viele jeweils da sind, ist abhängig von der Tageszeit und vom Wochentag.

Immerhin macht sich die Ferienzeit, wenn viele Leute im Urlaub sind, in der Integrierten Leitstelle insofern bemerkbar, dass die Zahl der Notrufe leicht abnimmt. Die Verteilung der Alarmarten sei dabei nahezu gleich, teilt der Pressesprecher mit. Allerdings: Wetterextreme wie die Hitzewelle oder starke Regenfälle führten zu einer Häufung spezieller Alarmstichworte.

So ist etwa der Rettungsdienst bei Temperaturen über 30 Grad vermehrt im Einsatz, wenn Menschen Kreislaufprobleme haben, für die Feuerwehren im Kreis können Unwetter Einsätze zum Auspumpen von Kellern zur Folge haben.

Die Integrierte Leitstelle Ludwigsburg ist die zentrale Koordinationsstelle für den Rettungsdienst und den Krankentransport sowie die Feuerwehr im Landkreis. Bei eingehenden Notrufen über die Nummer 112 veranlassen die Disponenten das Anlaufen der notwendigen Rettungsmaßnahmen.

Fast 110 000 Notfälle im Jahr

Die Tendenz ist dabei steigend. „Besonders im Rettungsdienst haben sich die Einsatzzahlen erheblich erhöht. Im Bereich der Notarzteinsätze haben sich die Einsätze innerhalb von 20 Jahren fast verdreifacht, bei Einsätzen des Rettungswagens immerhin mehr als verdoppelt“, berichtet Andreas Fritz. Im Bereich der Feuerwehr gebe es eine gleichbleibend geringe Zunahme an Einsätzen von wenigen Prozent von Jahr zu Jahr. Die Zahl der Fehlalarme, mit denen sich die Einsatzkräfte herumschlagen müssen, sei gleichbleibend, so Fritz.

Im vergangenen Jahr mussten die Disponenten der Leitstelle laut einer Mitteilung bei rund 109 500 Einsätzen aktiv werden. Davon entfielen rund 4700 auf den Feuerwehrbereich und 104 800 auf den Rettungsdienst.

Längere Vorgeschichte

Der Betrieb integrierter Leitstellen ergibt sich aus dem Feuerwehrgesetz. Integriert heißt, dass die Leitstellen von Feuerwehr und Rettungsdienst vereint werden. Die gesetzlichen Vorgaben zielen laut einer Mitteilung des Landesinnenministeriums darauf ab, die Sicherheit zu erhöhen, die Kostenträger im Rettungsdienst und die Träger im Feuerwehrbereich bei den Kosten zu entlasten und die Strukturen wirtschaftlicher und effizienter zu gestalten. Im Kreis Ludwigsburg nahm die Integrierte Leitstelle Ende 2013 in der Ludwigsburger Feuerwache nach einem längeren Vorlauf den Betrieb auf. Danach hatte die Einrichtung allerdings noch einige Zeit mit technisch bedingten Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen. Es dauerte sieben Monate, bis am 8. Juli 2014 der Echtbetrieb gestartet werden konnte. um

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