Erfolge Leichtathletik-Chef Scholz: Das war meine erste Medaille

Von Mathias Schmid 06.06.2018

Dass Jürgen Scholz bei einer Sportlerehrung als Aktiver auf der Bühne stand, ist eine Weile her. Der heutige Präsident des Württembergischen Leichtathletik-Verbands und Bürgermeister von Sersheim kann Erfolge als Kurzstreckenspezialist vorweisen. Für die BZ hat er sich an die Anfänge erinnert.

Den ersten großen Triumph feierte Scholz 1971 mit der 4x75-Meter-Staffel der B-Schüler seines Vereins SV Salamander Kornwestheim. „Das war eines meiner ersten Rennen und wir sind mit 43,2 Sekunden gleich württembergische Bestleistung gelaufen“, erinnert er sich. Scholz, der damals noch unter seinem Jungennamen Hadzigeorgiou lief, war als Neuling der Startläufer. „Da kann man weniger falsch machen bei der Stabübergabe“, schmunzelt er. Einziger Wermutstropfen: Die Mädchen der Stuttgarter Kickers waren sogar noch wenige Zehntel schneller. „Die waren körperlich einfach deutlich weiter als wir“, erinnert sich Scholz. Doch mit Blick auf die späteren Erfolge der Mädchen hat Scholz die Schmach verdaut. Eine war immerhin Edith Oker, spätere Olympia-Fünfte und mit 13,41 Sekunden langjährige deutsche Jugendrekordhalterin über 100 Meter Hürden.

Eine Medaille gab es für den Württemberg-Rekord noch nicht. Die holte der heute 57-Jährige 1974 mit der Mannschaft bei den Württembergischen Meisterschaften. Scholz’ Anteil: „Ich bin in drei Disziplinen angetreten: 100 Meter, Weitsprung und 400 Meter.“ Beim Heimwettkampf in Kornwestheim war er zudem Mannschaftsführer der A-Schüler. „Das war schon etwas Besonderes, als ich bei der Siegerehrung den Wimpel in Empfang nehmen durfte“, erinnert er sich. Gefeiert wurde, wie es sich für 13-Jährige gehört, mit Cola und Sinalco.

In den Jahren darauf folgten weitere Top-Platzierungen bei den deutschen Junioren-Meisterschaften und den Baden-Württembergischen Meisterschaften. „Ich bin zur Leichtathletik gekommen, weil ich auf dem Schulhof immer schneller als die anderen war“, erinnert sich Scholz. Nur wenige Monate vor seinem ersten Erfolg, dem Württemberg-Rekord, war Scholz in die Leichtathletikabteilung des SV Salamander Kornwestheim eingetreten. Sein erster Lauf überhaupt waren die Kreis-Meisterschaften im Waldlauf. „Ich wollte nicht als Letzter ins Ziel kommen“, erinnert er sich. Deshalb trabte er relativ gemäßigt am Ende des Felds, um kurz vor dem Ziel noch einige Mitstreiter hinter sich zu lassen. „Bei Salamander haben sie daraufhin eingesehen, dass ich für die Mittelstrecke nicht geeignet bin.“

Prestige-Duell mit dem Landrat

Anfang der 1980er-Jahre hängte er zum ersten Mal die Schuhe an den Nagel, Mitte der 1980er dann endgültig. 1996 holte er sie noch einmal heraus, als ihn der frisch gewählte Landrat Dr. Rainer Haas zum Duell aufforderte. Scholz siegte knapp. 10,9 Sekunden ist Scholz’ Bestmarke über 100 Meter – und das, obwohl er mit 71 Kilo Kampfgewicht als Jugendlicher sein Bodymaß-Index „auch damals nicht ideal“ war.

Info Eine weitere Sportlerehrung findet an diesem Mittwoch, 18 Uhr, in der Stadthalle von Markgröningen statt, eine weitere am 22. Juni in Ingersheim in der SKV-Halle, Beginn 19 Uhr.

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