Der neue Ludwigsburger Landrat wird zwar erst am 15. November im Kreistag gewählt. Doch bis zur Sommerpause laufen sich die Kandidaten bereits warm und sondieren. Ein Name wird derzeit besonders heiß gehandelt: Utz Remlinger, bis 2016 Vize-Landrat in Ludwigsburg und seither Vize-Regierungspräsident in Tübingen. Der 50-Jährige ist im Kreis verwurzelt, er wohnt nach wie vor in Sachsenheim. Wie zu hören ist, soll er ernsthaft darüber nachdenken zu kandidieren. Das wäre nicht ohne Brisanz – denn Remlinger ist 2016 nicht im Frieden gegangen. Mit Landrat Rainer Haas gab es massive Spannungen, dieser war mit Remlingers Management beim Abfallbetrieb AVL nicht zufrieden. Remlinger will sich offiziell nicht zu seinen Ambitionen äußern.

Derweil haben offenbar zwei weitere Vize-Behördenchefs Interesse angemeldet. Einmal Markus Möller, CDU, 44, Vize-Landrat im Alb-Donau-Kreis bei Ulm. Auf Anfrage sagt Möller: „Ich zitiere Erwin Teufel: Das Amt muss zum Manne kommen, nicht der Mann zum Amt.“ Ein weiterer Erster Landesbeamter ist Jochen Heinz, der seit 2014 in Göppingen amtiert. Auch er soll Interesse haben, will sich offiziell aber auch nicht äußern.

Der Vaihinger Oberbürgermeister Gerd Maisch wird immer wieder genannt. Allerdings ist er realistisch genug einzuschätzen, dass es schwierig würde, eine Mehrheit hinter sich zu vereinen – obwohl seine Freien Wähler die stärkste Fraktion im Kreistag bilden. Zusammen mit der CDU verfügen sie zwar über eine Mehrheit, doch diese ist mit einer Stimme hauchdünn. Daher müssen sich drei Fraktionen auf eine stabile Basis einigen. Nicht nur deswegen hat etwa der Bietigheimer OB und SPD-Fraktionschef Jürgen Kessing abgewinkt. Er ist mit der Aufgabe als Rathauschef und Leichtathletik-Präsident auch ausgelastet und zufrieden. Neu im Spiel ist der Kornwestheimer Finanzbürgermeister Dietmar Allgaier. Auf Anfrage bestätigt er, dass er angesprochen worden sei: „Der Entscheidungsfindungsprozess ist noch nicht gereift.“ Und dann ist da noch Heiner Pfrommer, der Sozialdezernent des Landkreises. Er hat durch seinen Einsatz bei der Stadtbahn politisches Profil gewonnen.  Pfrommer selbst war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Noch bis zum 19. August haben Bewerber Zeit, ihre Unterlagen einzureichen. Die Amtszeit von Rainer Haas endet am 4. Januar 2020.