Sersheim/Eberdingen Landfrauen besuchen Keltengrab

Am Grab des Keltenfürsten in Hochdorf findet man in der Kammer unter anderem einen Wagen mit Geschirr.
Am Grab des Keltenfürsten in Hochdorf findet man in der Kammer unter anderem einen Wagen mit Geschirr. © Foto: Michael Rahnefeld
BZ 17.11.2015
Die Sersheimer Landfrauen waren wieder unterwegs. Der jüngste Ausflug führte den Verein ins Keltenmuseum Hochdorf. Dort standen die aktuelle Sonderschau und das Keltengrab auf dem Programm.

Auf den Höhen südlich der Enz findet vor 2500 Jahren ein prunkvolles Begräbnis statt. In einer großen Holzkammer wird ein Mann bestattet, dessen Reichtum und Geltung sich an den glanzvollen Beigaben zeigen, die ihm ins Grab folgen. Bald erhebt sich ein mächtiger Hügel über seiner Grabstätte. Der ist längst abgetragen, das Grab aber wird 1978 wiederentdeckt. Die moderne Ausgrabung und die Forschungsarbeiten schaffen die Voraussetzung, die Grabkammer mit ihrer prunkvollen Ausstattung detailgetreu zu rekonstruieren.

Die Landfrauen aus Sersheimer waren dieser Tage im Keltenmuseum Hochdorf, um sich die Funde anzuschauen. Dass die Siedlung von Hochdorf etwas Besonderes war, belegen herausragende Objekte: die älteste Feinwaage, die jemals nördlich der Alpen gefunden wurde und Fragmente von Trinkschalen, die im 5. Jahrhundert vor Christus aus dem fernen Athen importiert worden waren. Die Grabungen ergaben Grundrisse von mehreren Hofanlagen. Auf der Basis dieser Befunde entstand der Nachbau eines keltischen Gehöfts.

Das Museumsgebäude greift Elemente des Grabbaus auf und übersetzt sie in moderne Formensprache. Über den Bau spannt sich ein 60 Meter breiter und sechs Meter hoher Metallbogen, der die ursprünglichen Abmessungen des mächtigen Grabhügels sichtbar macht. Die Grabkammer selbst befindet sich, wie bei den Grabungen angetroffen, unterirdisch im Zentrum der Hügelkonstruktion.

Höhepunkt des Besuchs war für die Sersheimerinnen die Besichtigung der vollständig rekonstruierten Grabkammer des Fürsten mit ihrer prunkvollen Ausstattung. Grabkammer und Beigaben wurden in originalgetreuen Materialien rekonstruiert. Die Präsentation vermittelt einen authentischen Eindruck der Bestattung vor 2500 Jahren, heißt es abschließend.