Das letzte Stück der Kirchheimer Lärmschutzwand ist ein schwieriges Unterfangen. Nun kommt die Sperrung der unteren Bahnhofstraße.

Entlang der Bahnlinie ist es deutlich leiser geworden in Kirchheim. Eine gut drei Meter hohe Lärmschutzwand zieht sich durch Kirchheim, nur das letzte Stück zwischen Bahnhof und der Firma Blatt fehlt noch.

Sie ist Teil eines  Bundesprogramms, das nach und nach abgearbeitet wird und für die Kommunen an den bundesdeutschen Bahnstrecken Verbesserungen in Sachen Lärmschutz bringen soll. Schon im Herbst 2018 sollte es eigentlich weitergehen mit dem letzten Stück der High-Tech-Wand, doch die Natursteinmauer erwies sich als nicht tragfähig für die großen Elemente. Das Projekt ruhte bis jetzt.

Letzte Woche waren die Arbeiter dabei, mit einer schweren Maschine kreisrunde Löcher in die Unterseite der Mauer zu bohren, die für die späteren Verankerungen gedacht sind. Am Ende der Maßnahme wird die Wand aber alleine vom Seitenbereich der Bahnhofstraße getragen, die dafür punktuell aufgegraben werden muss. Zwölf hohe Sehnen sind dann außen an der Mauer zu sehen, an denen die Elemente oben befestigt werden.

Warum es so lange dauerte? „Das Büro hat die Pläne nicht freigegeben“, erklärte Sabine Weiler von der Deutschen Bahn bei der letzten Sitzung des Gemeinderats. Zudem gebe es aktuell eine hohe Auslastung der Baufirmen. Ab dem heutigen Montag soll es dann mit schwerem Gerät losgehen am letzten 120 Meter langen Stück der Lärmschutzwand.

„Das können wir nur mit Totalsperrung machen“, machte Weiler im Gemeinderat deutlich. Weil durch die Maßnahme auch die Zufahrt zur Firma Blatt auf der anderen Seite der Bahnlinie betroffen ist, habe man mit ihr umfangreiche Gespräche geführt.

Firmen betroffen

Auch der Spediteur Gödecke ist dort betroffen und wurde in die Planungen einbezogen. Während der Arbeiten bis März wird die Bahnhofstraße halbseitig gesperrt und eine Ampel bekommen.

Die kritischen Arbeiten laufen bei Vollsperrung nachts, wenn die Firmen nicht betroffen sind. Von Montag bis Freitag zwischen 20 und 1 Uhr, nachts von Freitag auf Samstag zwischen 20 Uhr und 2 Uhr und von samstags von 14 Uhr bis Montag 1 Uhr gilt die Vollsperrung in beide Richtungen.

Die Gemeinde öffnet dafür auch die alte Verbindung zur Hauptstraße vor der Unterführung, wo sonst ein großer Muschelkalkfelsen den Weg versperrt. Dann ist der Weg von der Hauptstraße und Neckarstraße zur großen P+R-Anlage frei, die über die Bahnhofstraße nicht mehr angefahren werden kann. Über den Bauzeitraum werden die wenigen Tagesparkplätze vor der Unterführung gesperrt, Ersatz soll es auf der anderen Seite auf dem großen Parkplatz geben.

Anders als geplant, muss nun auf die Kirchheimer Bahnhofstraße zugegriffen werden, um die Statik zu gewährleisten. Für diesen rund 1,50 Meter breiten Streifen soll eine Grunddienstbarkeit festgehalten werden, wenn es in ein paar Jahren zu Schäden kommen sollte.

Weitere Zufahrt

„Die allermeisten Anwohner sind froh, dass der Lärm weg ist“, so Bürgermeister Uwe Seibold auf Anfrage der BZ zum Verlauf der bisherigen Maßnahme. Ob während der Sperrung der Bahnhofstraße ein Sattelzug über die Neckarstraße abfahren kann bezweifelt der Rathauschef. Doch die Firma Blatt habe auch über die Mühlgasse noch eine weitere Zufahrt zum Firmengelände.

Hubert Deisinger von der Wählergemeinschaft wollte sicher gestellt haben, dass der Rettungsdienst noch durchkommt, wenn ein Einsatz vorliegt.

Erich Schneider von den Unabhängigen plädierte dafür, die Sehnenstützen farblich der Mauer anzupassen, was nach Auskunft der Bahn-Mitarbeiterin auch passieren soll.

Das Gremium stimmte der Planung ebenso zu wie der Inanspruchnahme der Straßenfläche in diesem Bereich der Bahnhofstraße.