Tamm Künftig Tempo 20 in der Hauptstraße

MICHAELA GLEMSER 18.11.2015
Durch den alten Ortskern von Tamm soll künftig weniger Durchgangsverkehr fließen. Um dieses Ziel zu erreichen, haben die Gemeinderäte am Montag mehrere Maßnahmen beschlossen.

Die Reduzierung der Verkehrsbelastung in der Haupt- und Friedrichstraße sowie in den angrenzenden Bereichen im alten Ortskern von Tamm hat Bürgermeister Martin Bernhard zu seiner primären Aufgabe erklärt. Um bei der Lösung dieses Problems voranzukommen, ist der Tammer Rathauschef auch zu Kompromissen bereit, wie sich in der jüngsten Ratssitzung zeigte. Eigentlich wollte Bernhard die Hauptstraße vom Kreisverkehr am Bahnhof bis zur Paulinenstraße als verkehrsberuhigten Bereich mit Schrittgeschwindigkeit ausweisen lassen. Dies hatten auch die beauftragten Planer von den Büros Westram aus Bietigheim-Bissingen und Kölz aus Ludwigsburg empfohlen.

Doch als sich abzeichnete, dass die Mehrheit der Gemeinderäte dieses Vorhaben nicht befürwortete, machte der Rathauschef einen Kompromissvorschlag. "Obwohl ich immer noch der Ansicht bin, dass der verkehrsberuhigte Bereich richtig wäre, sollten wir stattdessen bei der Unteren Verkehrsbehörde prüfen lassen, ob eine Ausweitung der Tempo-20-Zone vom Kreisverkehr am Bahnhof bis zur Einmündung der Hauptstraße in die Kreisstraße K1671 nach Markgröningen möglich ist", erklärte er.

Zusätzlich sollen bauliche Maßnahmen bei der Einmündung in die Hauptstraße und in die Friedrichstraße den Durchgangsverkehr im alten Ortskern behindern. Die Ein- und Ausbiegeradien bei den Einmündungen werden deutlich reduziert. So soll im Bereich der Einmündung in die Hauptstraße an der Fußgängerquerung nur noch eine Fahrbahnbreite von 4,50 Metern vorhanden sein, um die Fahrgeschwindigkeiten zu senken. Ein Begegnungsverkehr wird an dieser Stelle nicht mehr möglich sein, wobei der in die Hauptstraße einbiegende Verkehr Vorrang vor dem ausfahrenden erhalten soll, um keinen Rückstau in die Kreisstraße K 1671 nach Markgröningen zu riskieren. Die wegfallenden Straßenflächen werden in Grünstreifen verwandelt und zwei Bäume an der Einmündung gepflanzt. Auch der Asphalt wird bis zur Fußgängerquerung optisch hervorgehoben. Der überörtliche Verkehr wird mit einer verstärkten Beschilderung über die K1671 in Richtung Bissinger Straße gelenkt.

Eine ähnliche Verengung mit zwei Längsstellplätzen in Richtung Ortszentrum und zwei Straßenbäumen soll es auch im Einmündungsbereich in die Friedrichstraße geben, um an dieser Stelle ebenfalls die Fahrgeschwindigkeit zu minimieren.

Einige Gemeinderäte wie Robert Malessa sahen in der Begrenzung der Fahrbahnbreite auf 4,50 Meter ein Unfallrisiko und stimmten dagegen. Die Mehrheit der Ratsmitglieder jedoch begrüßte die Vorschläge zur Verkehrsberuhigung, in deren Rahmen auch mindestens ein stationäres Radarmessgerät vor dem Kindergarten in der Hauptstraße aufgestellt werden soll. Punktuelle Poller sollen im Bereich des Rathausplatzes und der Einmündung der Haupt- in die Bietigheimer Straße verhindern, dass die Gehwege befahren werden, um dem Gegenverkehr auszuweichen. Rund 200 000 Euro betragen die geschätzten Kosten für das Vorhaben.