105 Mitglieder hat der neue Kreistag, der sich am Freitagnachmittag bei seiner ersten Sitzung in Ludwigsburg konstituiert hat. 27 Sitze haben die Freien Wähler, 26 die CDU, 21 die Grünen, die SPD kommt auf 16 Sitze, die FDP auf 8, die Linke auf 4 und die AfD ist erstmals mit 3 Mitgliedern dabei.

„Wir wollen, wie es üblich ist pünktlich anfangen“, ruft Landrat Dr. Rainer Haas im Sitzungssaal des Kreishauses in die Menge der Kreisräte, die sich noch munter und über alle Fraktionsgrenzen hinweg unterhalten. Dann sucht jeder schnell seinen Platz. Stimmkönig und Neuling Frank Rebholz muss sich bei den Grünen mit der letzten Reihe begnügen. Auch Werner Spec, noch OB von Ludwigsburg, muss sich bei seiner Premiere im Gremium in der hinteren Reihe bei seiner Freien-Wähler-Fraktion einreihen. Die Stimmung ist gut, manchem Neulingen meint man eine gewisse Anspannung anzusehen. In der ersten Reihe hat sich bei den Fraktionsvorsitzenden wenig geändert. Freie Wähler, CDU, SPD und Grüne vertrauen ebenso wie FDP und Linke weitestgehend dem gleichen Personal an der Spitze. Neu ist die AfD.

Haas führt bekannt ruhig in die Sitzung ein und nach der Begrüßung erklärt er den Kreisräten zunächst einmal, was das alles ist, was sie auf ihrem Platz vorfinden. Da liegen nämlich neben den Unterlagen zur Sitzung auch wichtige Schriftstücke, die Orientierung und Rechtliches zur Arbeit im Kreistag vermitteln sollen. Bei zwei Mitglieder liegt aber außerdem noch jeweils eine Flasche Wein, denn sie haben Geburtstag.

Erster Auftritt für den Jüngsten

Die Flasche Wein sei als Ansporn zu verstehen, auch zur Sitzung zu kommen, wenn man Geburtstag hat, scherzt der Landrat. Die Glückwünsche gehen an die SPD-Kreisrätin Stefanie Liepins, die einen runden Geburtstag feiert und an Joachim Kölz von der CDU. Der Bietigheimer Bürgermeister sitzt erstmals im Kreistag.

Dann erklärt Haas das weitere Prozedere. Zuerst spricht stellvertretend für alle Kreisräte der Ingersheimer Fabian Obenland von den Grünen als jüngstes anwesendes Mitglied des Kreistags die Verpflichtungsformel. Obenland war zum Wahlzeitpunkt 19 Jahre, inzwischen ist er 20 Jahre alt. Alle stehen auf und Obenland spricht die kurze Formel. Haas gibt ihm die Hand und erklärt, dass damit nun alle vereidigt seien. Haas appelliert an die Kommunalpolitiker künftig wie bisher respektvoll miteinander umzugehen und produktiv im Gremium zu arbeiten. Er selbst sei ja leider nur noch eine kurze Zeit dabei, weil seine Amtszeit Anfang Januar endet, erklärt er noch.

Bereits vorberaten und deshalb ebenfalls sehr zügig geht dann noch die Besetzung der Ausschüsse, Aufsichtsräte und anderen Gremien von der Hand. Eine Besonderheit ist der Ausschuss zur Vorbereitung der Wahl des Landrats. Zwölf Mitglieder hat er, je drei von den Freien Wählern, der CDU, den Grünen, zwei von der SPD und einer von der FDP. Die Linke und AfD sitzen als Gäste ebenfalls im Gremium, dass sich mit dem Nachfolger von Haas befasst.

Keine halbe Stunde dauert die Sitzung und zum Abschluss wird noch ein Imagefilm des Landkreises gezeigt. Außerdem treffen sich die Kreisräte im Anschluss noch zu einem Imbiss, wie es Haas nennt.