Drei Covid-19-Patienten befanden sich, Stand Dienstag, im Kreis in Krankenhäusern – zwei in der Klinik in Ludwigsburg, einer im Krankenhaus Bietigheim. Natürlich, so sagt Klinikensprecher Alexander Tsongas, bereiten sich die RKH auf den Ernstfall und steigende Zahlen von Corona-Patienten vor. Durch die Reduzierung planbarer ambulanter und stationärer Behandlungen und Operationen würden personelle und räumliche Kapazitäten frei, die für den Ernstfall vorgesehen sind.

Von dieser massiven Programmreduzierung sind jetzt alle vier RKH-Kliniken betroffen, so Tsongas, um personelle Kräfte bündeln zu können.  „Mit diesem Shutdown (Herunterfahren, Anm. d. Red.) wollen wir uns rechtzeitig auf die in Kürze kommende, extreme Krisensituation vorbereiten und nicht erst dann Überlegungen anstrengen, wenn sie da ist und es zu spät ist“, sagt Kliniken-Geschäftsführer Professor Dr. Jörg Martin. Notfallbehandlungen sind davon unberührt und werden weitergeführt. Aber auch medizinisch notwendige Behandlungen und Operationen, wie beispielsweise Chemotherapien und Bestrahlungen bei Krebspatienten, finden weiterhin statt. Patienten, die von dieser massiven Programmreduzierung betroffen sind, werden von den RKH-Kliniken über die Verschiebung des Termins informiert.

Transparenz ist wichtig

Wichtig, so Tsongas, sei der Klinikenleitung eine transparente Kommunikation, vor allem auch den Mitarbeitern gegenüber. Den Pflegekräften werde volle Unterstützung zugesichert und Informationen zu den verschiedenen Szenarien weitergegeben. Es gebe täglich zwei Sitzungen der Klinikenleitung, deren Ergebnisse, so Tsongas, dann über das Intranet und eine Personal-App an die Mitarbeiter weitergeleitet werden.

„Keiner kann im Moment sagen, was genau auf uns zukommt, aber wir unternehmen derzeit allergrößte Anstrengungen, um uns vorzubereiten“, so Tsongas. Auf die Frage, über wie viel Betten und Beatmungsplätze die Krankenhäuser verfügen, will er aber nicht antworten: „Es macht keinen Sinn, die Anzahl zu veröffentlichen, denn wir werden im Ernstfall so viele Betten zur Verfügung stellen, wie wir können“, sagt er. „Wir sind darauf eingerichtet, kurzfristig zu agieren und spielen jedes Szenario durch“, so der Klinikensprecher. Stand jetzt, so Tsongas, sei vorgesehen, dass Corona-Patienten in den Krankenhäusern Ludwigsburg und Bietigheim-Bissingen versorgt werden und nicht, betont er, in den Kliniken in Markgröningen und Marbach.

Derzeit würden die Personalressourcen vorausschauend geplant, um bei einem größeren Ausfall erkrankter Ärzte und Pflegekräfte reagieren zu können. Es werden, so Tsongas, aber auch die Bettenkapazitäten gebündelt, um auf ein ausreichendes Angebot an Betten auf Normalstationen, Überwachungs- und Intensivstationen zurückgreifen zu können. Er verdeutlicht auch noch einmal, dass der weitaus größte Teil der Infizierten zu Hause isoliert werden kann. „Es wird Patienten geben, denen es schlecht geht, die aber auf normalen Stationen isoliert werden können und dann gibt es Infizierte, die beatmet werden und auf die Intensivstationen müssen“, sagt der Sprecher. „Die weitaus größere Zahl an Coronavirus-Patienten können auf einer Normalstation als Kohortenisolierung untergebracht werden“, sagt er. Dies sei möglich, weil eben auf die Durchführung von Operationen, die nicht lebensnotwendig seien, verzichtet werde und so freie Betten zur Verfügung stehen.

Bündelung von Mitarbeitern

Im Personalmanagement seien nun auch Vorsorgemaßnahmen getroffen worden. Mitarbeiter mit vielen Überstunden können zur Zeit zuhause bleiben und wenn andere Mitarbeiter krankheitsbedingt ausfallen, herangezogen werden. „Im Extremfall wäre es denkbar, Mitarbeiter, die examinierte Pflegekräfte sind, aber in der Verwaltung arbeiten oder in den Ruhestand gegangen sind, zu reaktivieren“, sagt Tsongas. Bisher gebe es nur einen bestätigten Covid-19-Fall unter den Mitarbeitern, dieser lebe aber nicht im Kreis Ludwigsburg.