Es gibt einen ohrenbetäubenden Schlag, ein greller Lichtblitz zuckt durch den Saal – und der King of Pop steht auf der Bühne. Die schwarzen Haare, von denen einige Strähnen ins Gesicht fallen, die Lederjacke, der weiße Handschuh, alles wie man es kennt. Auf der Bühne erwarten ihn roboterhafte Wesen, die mit ihm „They don’t really care about us“ performen.

„Beat it“ ist der Titel der Show, die, so ihr Anspruch, den Superstar zehn Jahre nach seinem Tod wieder auferstehen lässt. Die Show tourt durch Deutschland, Österreich und die Schweiz und war am Freitagabend in der Ludwigsburger MHP-Arena zu Gast, wo sie mit 1500 Gästen einen Ausverkauf erzielte.

Die Geschichte des Superstars startete auch im Musical klein: Michael Jackson, der mit seinen Brüdern erste Erfolge als „Jackson Five“ erzielt, die schnell größer und größer werden. Schließlich Michaels Solokarriere, seine große „Bad World Tour“, der durchschlagende Erfolg.

Neben der Performance der großen Hits – „Billie Jean“, „The way you make me feel“, „Black or White”, „Thriller“, „Another Part of me“, „Remember the time“ – zeigte das Stück auch die Szenen hinter den Kulissen: Die Tänzer bei den Proben für die Tournee, die zunehmend über den Ansprüchen des Kings verzweifeln: „Das ist doch ein kompletter Maniac“, empörte sich einer. Die Presse, die versucht, das Phänomen Michael Jackson einzufangen und davon zu profitieren: „Wer ist Michael Jackson?“

Reise in die Welt des King of Pop

Die pure Energie war das tragende Element der Produktion von Oliver Foster. Die Perfektion der Choreografien wird so detailgetreu und mitreißend umgesetzt, dass das Stück tatsächlich eine Zeitreise darstellt, mehr noch, eine Reise in eine andere Welt, in die des King of Pop.

Maßgeblich trägt dazu dessen Inszenierung durch Dantanio Goodman bei, der als Michael Jackson jede seiner Bewegung wie das Original performt. Ebenso Koffi Missah, der den jungen Michael spielt. Auch ein hochmotiviertes Publikum trug in der MHP-Arena zur Atmosphäre bei: Pailletten, weiße Handschuhe und schwarze Hüte waren zu sehen.

Das Stück zeigte auch nachdenkliche Momente, etwa wenn der junge Michael eigentlich lieber spielen wollte, als mit den „Jackson Five“ die nächste Show zu proben, der sich dann schließlich als größtes Talent der Gruppe für eine Solokarriere und damit für den Bruch mit den Brüdern entscheidet. Der als Weltstar vereinsamt und schließlich, von der Presse gejagt, keuchend auf der Bühne zusammenbricht. Sein großes Ziel bleibt dabei aber, und trotz allem, von den Anfängen als Kind bis zum Ende des Stücks als Superstar das gleiche: Die Welt mit seiner Musik zu einem besseren Ort zu machen.

„Heal the world“ war dann auch nach über zwei Stunden der letzte Song der Show – bevor das Publikum dem Ensemble mit minutenlangen Standing Ovations mehrere Zugaben abrang.