KOMMENTAR · WEINBERGSCHUTZ: Langfinger sind eher das Problem

UWE MOLLENKOPF 17.09.2013

Ob ganz modern durch Schussapparate oder auf traditionelle Weise durch Wengertschützen mit Rätsche und Schreckschusspistole, die Wengerter wissen sich zu helfen, um Vögel davon abzuhalten, sich in ihren Weinbergen gütlich zu tun. Wie sich in den vergangenen Jahren gezeigt hat, sind jedoch weniger die gefiederten als vielmehr die menschlichen Traubendiebe das Problem. Zu Recht ärgern sich die Weingärtner darüber, wenn Zeitgenossen gleich mit Tüten anrücken, um sich mit Trauben einzudecken. Privateigentum ist Privateigentum, da kann auch nicht die Ausrede gelten, dass zum Ausdünnen eh noch Trauben weggeschnitten würden. Hier hat es durchaus Vorteile, wie in Asperg weiter Wengertschützen einzusetzen. Auch wenn diese keine hohheitliche Gewalt ausüben dürfen, allein ihre Präsenz dürfte so manchen davon abbringen, nach fremden Früchten zu greifen. Manchmal verhilft das persönliche Gespräch ja auch zu neuen Einsichten. Wenn allerdings, wie in der Vergangenheit geschehen, ganze Weinberge nachts abgeerntet werden, nützt auch kein Wengertschütz. Dann kann höchstens die Polizei helfen.