KOMMENTAR · STROMER: Mit angezogener Handbremse

DOMINIQUE LEIBBRAND 11.06.2013
Wer sich mit kommunalen Haushalten beschäftigt, weiß: Die 50 000 Euro, die der Stromer jährlich kostet, sind keine große Hausnummer. Zumal das Projekt bei den beteiligten Gemeinden kaum zu Buche schlägt. 460 Euro muss Erligheim berappen.

Wer sich mit kommunalen Haushalten beschäftigt, weiß: Die 50.000 Euro, die der Stromer jährlich kostet, sind keine große Hausnummer. Zumal das Projekt bei den beteiligten Gemeinden kaum zu Buche schlägt. 460 Euro muss Erligheim berappen. Am anderen Ende der Skala steht Bietigheim mit rund 6.600 Euro. Ebenfalls kein Monsterbetrag. Ein Aber gibt es dennoch. So mag das Landratsamt steigende Fahrgastzahlen präsentieren, für Radler ist der Rad- und Wanderbus aber offenbar kein Thema, vor allem nicht bei schlechtem Wetter. Der Eindruck der Kritiker, dass der Stromer streckenweise als Geisterbus herumdüst, ist also nicht ganz falsch.

Dazu passt freilich: Zumindest in Teilen des Kreises fehlt es an touristenfreundlicher Infrastruktur. Im Kirbachtal etwa gibts kaum Möglichkeiten einzukehren, überdies kein zusammenhängendes Radwegenetz. Hinzu kommt, dass das, was vorhanden ist, oftmals nur stiefmütterlich beworben wird.

Doch es gilt: Wer Steuergelder für Projekte wie den Stromer ausgibt, sollte das nicht mit angezogener Handbremse tun. Sprich: Auch die Rahmenbedingungen müssen zu einem solchen Angebot passen. Andernfalls profitieren nur wenige Touristen davon und die Einheimischen so gut wie gar nicht. Dabei bezahlen sie das Ganze.