KOMMENTAR · SPIELHALLEN: Genauer hinschauen

JÖRG PALITZSCH 17.07.2013
Es gibt wenig Gewerbetreibende, die gesetzlich so scharf beschnitten werden wie die Betreiber von Spielhallen. In kürzester Zeit wurden immer höhere Hürden aufgebaut, um die vermeintlichen Lasterhöhlen einzudämmen. Schaut man jedoch einmal genauer hin, schärft sich das Bild.

Es gibt wenig Gewerbetreibende, die gesetzlich so scharf beschnitten werden wie die Betreiber von Spielhallen. In kürzester Zeit wurden immer höhere Hürden aufgebaut, um die vermeintlichen Lasterhöhlen einzudämmen. Schaut man jedoch einmal genauer hin, schärft sich das Bild.

Die Kunden von Spielhallen sind in der Regel männlich, über 50 Jahre und finanziell gut ausgestattet - und eben nicht Minderjährige, die sich in der bunten Glitzerwelt verlaufen haben. Die Spielgeräte mit ihren technischen Einschränkungen verleiten wahrlich nicht dazu, sich ernsthaft länger als zehn Minuten mit ihnen zu beschäftigen. Jedes Schachspiel ist spannender und enthält mehr Suchtpotenzial.

Freilich gibt es die Ausnahmen.

Die Süchtigen, die Haus und Hof verspielen und noch die eigene Großmutter verkaufen würden, um auf dem "Novo Superstar II" "Lucky Pin-Ups" oder "Rapid Bingo" spielen zu können. Aber solche Süchtigen gibt es auch woanders, etwa am PC. Am besten wäre es doch, Glückspiel ganz zu verbieten. Macht aber niemand - des Geldes und der Steuereinnahmen wegen.