Das in Ingersheim jetzt gestartete Managmentverfahren für eine "familienfreundliche, bürgeraktive und demografiesensible Kommune" wird auch nach der Umsetzung noch zu bennender Projekte von der Familienforschung Baden-Württemberg begleitet. Ein wichtiger Punkt. Denn durch diese Form der Bürgerbeteiligung können neue Strukturen entstehen, die von neuen Einstellungen zusammengehalten werden.

Das dörfliche Leben wird dabei nicht nur durch eine wachsende Spezialisierung stimuliert, sondern kann auch vom Zuwachs an privatem Engagement profitieren. All dies wäre über einen längeren Zeitraum hinweg ohne fachliche Begleitung gar nicht möglich.

Dabei hat man auch in Ingersheim erkannt, dass die Kommunen mitten in einem gesellschaftlichen Wandel stehen.

Ältere Menschen werden immer älter, Jüngere immer früher selbstbewusst und dazwischen steht die Familie, ein Verband, der oft brüchiger, aber auch vielfältiger wird. In diesem Spannungsfeld auf eine Gemeinde hinzuarbeiten, die dem Begriff "familienfreundlich" auch entspricht, ist eine gewaltige Aufgabe, müssen doch Schritt für Schritt vielerlei Interessen und konkrete Vorschläge unter einen Hut gebracht werden.

Hinzu kommt: Alle Projekte, die am Anfang noch die Generationen verbinden sollen, müssen am Ende auch finanziert werden. Wenn man in Ingersheim eine Begegnungstätte will, wenn Jugendliche - fern der kirchlichen Jugendarbeit - einen Raum für sich beanspruchen oder eine fachlich betreute Demenzgruppe eingerichtet werden soll, kostet dies Geld.

Visionen werden dazu alleine nicht ausreichen. Der konsequenteste Schritt wäre die aktive Beteiligung der Bürger an der Aufstellung des Haushaltes. Doch so weit wird es wohl nicht kommen. Was nach der Zeit der Ideensammlung kommt, lässt sich exemplarisch in Bietigheim-Bissingen ablesen. Dort hat man sich, nach vielen Diskussionen, von nicht umsetzbaren Wünschen und Visionen verabschiedet - und sich auf das Machbare konzentriert. Für Ingersheim ist Bietigheim ein Beispiel. Nach der Kommunalwahl wird auch der neue Gemeinderat mithelfen müssen, die familienfreundliche Kommune aufzubauen.