Kommentar · BOLZPLÄTZE: Das Problem wird verlagert

ANDREAS LUKESCH 03.07.2014

Dass Jugendliche auf Bolzplätze gehen und dort nicht nur Fußball spielen, ist bekannt. Auch kein neues Phänomen sind Nachbarn, die sich sehr schnell in ihrem Recht auf akustische Unversehrtheit beeinträchtigt fühlen. Erstere gab es schon immer und Zweitere haben schriftlich, dass sie Kinder ertragen müssen. So weit, so gut: Problematisch wird es, wenn Grenzen überschritten werden. Nächtliche Saufgelage mit Aggressionspotenzial sind ebenso wenig tragbar wie Beschwerden von Bewohnern hilfreich sind, die zwar gern in der Stadt leben, es dort aber so ruhig haben wollen wie auf einem Aussiedlerhof. So steckt die Stadt in einem Dilemma. Dauerpräsenz von Ordnungskräften oder Polizei will niemand, Plätze schließen erst recht nicht. Also müssen Kompromisse gefunden werden. Dass die nun darin bestehen, Tore zu entfernen, klingt hanebüchen. Selbst wenn es funktioniert, heißt das nicht, dass sich die jungen Leute besonnen hätten. Sie gehen einfach woanders hin, das Problem wird verlagert. Also muss das Thema grundsätzlich angegangen werden, bei den Jugendlichen, beim Alkohol und vielleicht auch beim allgemeinen Verständnis von Zusammenleben.