Gericht Kokain im Magen geschmuggelt

Ludwigsburg / Bernd Winckler 03.11.2018

Zwei Männer sitzen auf der Anklagebank des Stuttgarter Landgerichts. Die beiden 36- und 43-jährigen Männer – der eine aus Nigeria, der andere aus Venezuela – sollen nach den Feststellungen der Staatsanwaltschaft im Juni für einen  großen Kokain-Transport aus Südamerika hierher verantwortlich sein. Der Jüngere sei in seiner Heimat angesprochen worden, ob er nicht für rund 2000 Dollar sogenannte Kokainplomben nach Europa einführe? Er habe zugesagt, allerdings nicht wissend, dass bereits zu dieser Zeit nicht nur die venezolanische, sondern auch Interpol und die Kripo Ludwigsburg eingeweiht waren und den dann folgenden Transport überwachten.

Erst nach einem Test habe man dem 36-Jährigen 50 Plomben zu je zehn Gramm des Rauschgifts verabreicht. Der junge Venezolaner schluckte dieses halbe Kilo, der auch für ihn gefährlichen Fracht, und machte sich am 7. Juni auf den Weg: Flug von Caracas nach Paris, wo ein Zwischenstopp in einem Hotel dazu diente, das Treffen mit dem Ludwigsburger Auftraggeber zu arrangieren. Von dort ging es nach Stuttgart, wo die Plomben unbeschadet ankamen.

Angeklagter ist geständig

Der Auftraggeber, der in Ludwigsburg residierte, soll am 12. Juni die Ware in Empfang genommen haben. Beide Männer wurden am 12. Juni festgenommen. Später erhellte sich, dass neben den ersten 50 Plomben, noch weitere 58 solche Drogenbehälter nach Stuttgart transportiert worden seien. Es grenze an ein Wunder, so einer der beiden Verteidiger, dass die Drogenpäckchen die lange Reise, ohne aufzuplatzen überstanden. Der jüngere der beiden Angeklagten will geständig sein und Hintermänner nennen. Der zweite Angeklagte gibt nur eine der beiden Kokain-Transporte zu. Der Prozess ist auf drei Tage angesetzt. Ihnen drohen Strafen bis zu 15 Jahren.

Allerdings werden noch weitere Prozesse gegen mutmaßliche Drogenkartelle im Landkreis Ludwigsburg demnächst das Gericht beschäftigen. Vor einer Woche hat die Polizei vier Verdächtige aus Albanien und der Türkei in einer Asperger Kneipe festgenommen. Bereits im Dezember wurden dort kiloweise harte Drogen sichergestellt. Im Zuge der Festnahme vor einer Woche war es den Ludwigsburger Einsatzkräften der Polizei gelungen, eine 20-jährige Albanerin zu befreien, die offensichtlich zur Prostitution gezwungen wurde.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel