Energieversorgung Kohlewerk in Walheim 2021 vom Netz

Das Kohlekraftwerk der EnBW in Walheim soll nach aktuellem Stand Ende März 2021 stillgelegt werden. Derzeit ist als Netzreserve bei Bedarf in Betrieb. Die Gasturbine auf dem Gelände soll aber weiter betrieben werden.
Das Kohlekraftwerk der EnBW in Walheim soll nach aktuellem Stand Ende März 2021 stillgelegt werden. Derzeit ist als Netzreserve bei Bedarf in Betrieb. Die Gasturbine auf dem Gelände soll aber weiter betrieben werden. © Foto: hp
Walheim / Frank Ruppert 07.02.2019

Das Ende der Kohlezeit naht. Dei Kohlekommission hat einen Ausstiegsplan vorgelegt, nach dem das letzte Kohlekraftwerk in Deutschland spätenstens 2038 vom Netz gehen soll. Das trifft vor allem anderen Region in Deutschland stark, aber auch im Landkreis Ludwigsburg gibt es ein Kohlkraftwerk. Es wird von der EnBW betrieben und steht in Walheim. Wie geht es  weiter?

Das Kraftwerk Walheim hat zwei kohlebefeuerte Blöcke und eine Gasturbine. „Die beiden Steinkohleblöcke wurden zur endgültigen Stilllegung angezeigt und müssen aufgrund der Systemrelevanz als Netzreserveanlage für den Übertragungsnetzbetreiber weiter in Betriebsbereitschaft gehalten werden“, erklärt EnBW-Sprecher Jörg Busse auf BZ-Nachfrage. Die Gasturbine werde am Markt eingesetzt und in der Regel bei Bedarfsspitzen angefahren, durchschnittlich sei sie etwa 250 Stunden im Jahr in Betrieb. Außerdem wurden im vergangenen Jahr 7500 Tonnen Kohle am Standort Walheim im vergangenen Jahr verfeuert. Die Menge, wieviel Kohle am Standort für den Reservebetrieb benötigt wird, legt der Übertragungsnetzbetreiber fest – in Walheim sind dies laut EnBW etwa 18 000 Tonnen. Die Fläche wäre ausreichend für rund 150 000 Tonnen. „2018 wurde Walheim Block 2 einmal als Reserve eingesetzt“, teilt Regina König vom Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW mit, die für den Betrieb der Kohleblöcke zuständig ist.

Aber auch die Zukunft als Reserve ist begrenzt. Die Gasturbine bleibe ohnehin bestehen, solange Bedarf am Markt da sei, teilt EnBW mit. Die Zeit der Kohleblöcke wurde aktuell bis Ende März 2021 verlängert, so Busse. Wie es nach 2021 weitergehe mit dem Gelände stehe noch nicht fest.

Wie viele Mitarbeiter vom Aus in Walheim betroffen sein werden, kann die EnBW auch nicht sagen, da eine klare Zuordnung zu einem Kraftwerksstandort nicht mehr möglich sei, weil sich Teams die Betreuung der Kraftwerke teilen. „Insgesamt sind für die drei Standorte Heilbronn, Marbach und Walheim etwa 290 Mitarbeiter im Einsatz“, teilt Busse mit.

Neben Kohle und Gas wurde der Standort in der Vergangenheit auch zum Umladen abgebrannter Brennelement verwendet. Könnte dies für die Zukunft des Standorts eine Rolle spielen?

Dazu teilt die EnBW mit: „Seit dem Jahreswechsel wird das Zwischenlager am Standort Neckarwestheim, in dem Behälter mit abgebrannten Brennelementen lagern, von der bundeseigenen BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung und nicht mehr von der EnBW betrieben. Von der EnBW werden dementsprechend keine Abtransporte von abgebrannten Brennelementen aus Neckarwestheim mehr vorgenommen.“ Man könne nichts zur Planung der BGZ sagen, aber Anforderungen an den Standort Walheim von dieser Seite seien nicht bekannt, so der Konzernsprecher.

Netzreserve: Kraftwerke in der Hinterhand

Zur Gewährleistung der Sicher­heit und Zuverlässig­keit des Elektrizitäts­versorgungs­systems werden Kraftwerke vorgehalten, die außerhalb des Energie­marktes auf Anforderung der Übertragungs­netz­betreiber eingesetzt werden können. Zum Einsatz kommt diese  Netzreserve in besonderen Belastungs­situationen. bz

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