Kreis Ludwigsburg Kliniken Holding : Im Wettbewerb um Ärzte und Pfleger

Ärzte an der Klinik für Unfall-, Wiederherstellungschirurgie und Orthopädie in Bietigheim im Einsatz.
Ärzte an der Klinik für Unfall-, Wiederherstellungschirurgie und Orthopädie in Bietigheim im Einsatz. © Foto: Klinikum
UWE MOLLENKOPF 01.06.2016
Der Wettbewerb um Fachkräfte macht auch vor der Regionalen Kliniken Holding nicht Halt. Eine Vielzahl von Maßnahmen soll die Attraktivität als Arbeitgeber steigern.

Mit 7682 Mitarbeitern zählt die Regionale Kliniken Holding (RKH) mit ihren Krankenhäusern in den Kreisen Ludwigburg, Enzkreis und Karlsruhe zu den ganz großen Arbeitgebern in der Region. Davon arbeiten 2440 Menschen am Klinikum Ludwigsburg, 870 in Bietigheim. Der größte Teil der Mitarbeiterschaft in der RKH entfällt auf den Pflegedienst (2713), gefolgt vom medizinisch-technischen Dienst (1014), dem Funktionsdienst (1094) und dem ärztlichen Dienst (1008).

Die Zahl der offenen Stellen variiere permanent, sagt Kliniken-Sprecher Alexander Tsongas, insbesondere durch die übliche Fluktuation. Man habe dabei derzeit zwei "Brennpunkte" ausgemacht: "Es ist - wie in ganz Deutschland - schwierig, Facharztstellen in den kleinen Krankenhäusern zu besetzen", so der Kliniken-Sprecher. Die Gründe lägen darin, dass manche der kleinen Krankenhäuser ihren Standort außerhalb einer Metropolregion hätten und haben deshalb über weniger Infrastruktur verfügten. Zudem gebe es in größeren Krankenhäusern für die jungen Assistenzärzte umfangreichere Weiterbildungsmöglichkeiten. Außerdem, so Tsongas: "Die Spezialisierung unter den Ärzten nimmt zu. Spezialgebiete gibt es eher in größeren Häusern."

"Brennpunkt" Nummer zwei: Es gibt einen Fachkräftemangel im Bereich der Fachpflege (Intensiv, OP, Anästhesie, etc.). Hier herrsche ein starker Wettbewerb umliegender Kliniken um die vorhandenen Fachpflegekräfte, und es gebe zu wenige Bewerber für Weiterbildungen. Die RKH versuche, diesem Fachkräftebedarf durch die Förderung der Ausbildung in den Krankenpflegeschulen der RKH und eine fundierte, strukturierte Weiterbildung mit Hilfe der "RKH Akademie" entgegenzuwirken, so Tsongas.

Eine ganze Palette von Maßnahmen soll die Attraktivität der Kliniken steigern - und somit die Gewinnung von Arbeitskräften erleichtern. Man versuche etwa, eine umfassende Transparenz und Information zum Unternehmensgeschehen - Intranet, Infoveranstaltungen, Versammlungen, Newsletter, Patienten- und Mitarbeiterzeitung - zu bieten, so der Sprecher. Weitere Stichworte seien individuelle Karriereplanung, Führungskräfteentwicklung, Traineeprogramm für Nachwuchsführungskräfte, betriebliches Gesundheitsmanagement, Mitarbeiter-Rehaprogramm, Rotationsmöglichkeiten innerhalb der RKH-Kliniken, flexible Arbeitszeiten oder das Angebot von Wohnmöglichkeiten und Kinderbetreuung. Aber auch Betriebssportgruppen und -angebote wie Fahrradtouren, Wandertage, Lauftreffs oder Teilnahme an Sportevents sollen dazu dienen, dass sich Mitarbeiter wohlfühlen.

Eine Holding für drei Landkreise

Kommunales Unternehmen Die Regionale Kliniken Holding RKH ist ein kommunales Unternehmen, das sich über die drei Landkreise Ludwigsburg (Kliniken Ludwigsburg-Bietigheim gGmbH und Orthopädische Klinik Markgröningen gGmbH), Enzkreis (Enzkreis-Kliniken gGmbH) und Karlsruhe (Kliniken des Landkreises Karlsruhe gGmbH) hinweg erstreckt. Sie gehört zu 50 Prozent dem Landkreis Ludwigsburg, zu 15 Prozent der Stadt Bietigheim-Bissingen, zu 13 Prozent dem Enzkreis und zu 22 Prozent dem Landkreis Karlsruhe. Zur Kliniken Ludwigsburg-Bietigheim gGmbH zählen das Klinikum Ludwigsburg, die Krankenhäuser in Bietigheim und Marbach sowie die Kliniken Service GmbH mit zusammen rund 4100 Mitarbeitern. Pro Jahr werden hier über 65.000 stationäre und fast 170.000 ambulante Patienten versorgt.

Berufe Das Berufsspektrum innerhalb des Klinikenverbunds ist umfangreich. Neben Ärzten und den verschiedenen Pflegekräften (unter anderem Gesundheits- und Krankenpflege, OP-Pflege, Anästhesie- Pflege, Intensivpflege, Operationstechnische Assistenten, Palliative Care, Altenpflege, Kindergesundheits- und -krankenpflege, Pflegemanagement und Hebammen) arbeiten dort Medizinische Fachangestellte, Sozialarbeiter, Physiotherapeuten, Masseure, Logopäden, aber auch Mitarbeiter mit kaufmännischer Ausbildung. Ebenso braucht man Informatiker, Maurer, Maler, Köche, Ernährungsberater oder Reinigungskräfte.

Ausbildung Die Regionale Kliniken Holding bildet in den Berufsfeldern Fachinformatik, Fachkraft im Gastgewerbe, Kaufmann im Gesundheitswesen, operationstechnische Assistenz, Gesundheits- und Krankenpflege, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege, Krankenpflegehilfe, Entbindungspflege, Textilreinigung, Orthopädie-Technik-Mechanik, Orthopädie-Schuhtechnik aus.