Es ist eine beliebte Tradition: Bereits zum 23. Mal gab das Kammerorchester der Auferstehungskirche Ludwigsburg unter der Leitung von Germán Alemán ein Gastspiel in Ingersheim. Der Rathaussaal war gut gefüllt am Freitagabend und das Publikum konnte sich auf klassische Werke von Antonio Vivaldi, Maurice Ravel, Václav Vodicka und Johann Sebastian Bach freuen.

Verliebter Dirigent

Schwungvoll startete das zwölfköpfige Ensemble mit Antonio Vivaldis „Concerto ripieno C-Dur“. Ein Stück, das Dirigent Germán Alemán „schon immer mal spielen wollte“, wie er im Gespräch mit der BZ verriet. In Maurice Ravels Komposition „Pavane pour une Infante défunte“ sei er sogar „total verliebt gewesen“, und so konnte das Publikum das ursprünglich impressionistische Klavierstück in der Umsetzung für Violine und Violincello genießen. Die „Sinfonia C-Dur“ des böhmischen Komponisten Václav Vodička gehörte ebenfalls zu den schon lange auf der persönlichen Wunschliste stehenden Kompositionen des musikalischen Leiters.

Souverän führte Germán Alemán sein Ensemble auch durch Johann Sebastian Bachs „Ouverture h-Moll“, auch als Bachs „zweite Orchestersuite“ bekannt. Als Solist an der Flöte überzeugte Raymund Noirhomme, der anschließend mit „La Flute de Pan“ von Claude Debussy noch ein beeindruckendes Querflöten-Solo als Zugabe spielte.

Nach dem gut einstündigen Konzert bedankte sich Bürgermeister Volker Godel beim Kammerorchester für die „schöne Tradition, mit Musik in die Adventszeit hineinzukommen“. Sie bringe einen zum Nachdenken, Innehalten und auch dazu, an bestimmte Menschen zu denken. Damit schlug Volker Godel den Bogen zu der am 26. November verstorbenen Ingersheimerin Hildegard Weber, die das erste Konzert des Kammerorchesters der Auferstehungskirche Ludwigsburg organisiert und über Jahre als Violinistin begleitet hatte. „Es war ein besonderes Konzert an einem besonderen Tag“, so Volker Godel, denn an diesem Freitagvormittag fand auch die Beerdigung von Frau Hildegard Weber statt. Man habe über die Musik hinaus viele gemeinsame Interessen gehabt und das Konzert sei eine Reminizens an das Leben und Wirken von Hildegard Weber in der Gemeinde, „mit dem Gefühl der Dankbarkeit, sie kennengelernt zu haben“, so der Bürgermeister in seiner das Publikum bewegenden Ansprache.

Nach einer kleinen Aufmerksamkeit zum Nikolaustag an das Ensemble erfolgte als Zugabe das ebenfalls traditionelle Singen von klassischen Adventsliedern gemeinsam mit dem Publikum. „Tochter Zion“ und „Macht hoch die Tür“ wurden unter den Klängen des Kammerorchesters inbrünstig von den Anwesenden mitgesungen. Der Abend endete mit viel Applaus.

„Für uns ist es als Laienorchester eine tolle Gelegenheit und auch ganz wichtig, so vor Publikum spielen zu können“, erklärte der in Argentinien geborene Germán Alemán nach dem Konzert. „Leider stirbt die Kammermusik in Deutschland immer mehr aus“, stellt er fest. Umso mehr freue er ihn, solche Konzerte im kleinen Rahmen geben zu können und damit das Publikum zu begeistern.