Die Vertreter der  Volksbank Ludwigsburg haben in einer postalischen Abstimmung für die Einreichung einer Klage gegen das ehemalige Aufsichtsratsmitglied Gerhard Heilemann votiert. Das teilte Volksbank mit.  Das Geldinstitut hatte per Anschreiben alle ihre 1568 Vertreter gebeten, im schriftlichen Verfahren über das Führen eines Prozesses gegen  Heilemann zu entscheiden. Das war notwendig geworden, weil  ab Juni die Taten, die die Volksbank Heilemann vorwirft – es geht um Pflichtverletzungen im Zusammenhang mit Einladungen in die Volksbank-Loge in der MHP Arena – verjährt wären.

Einfache Mehrheit reicht

Bei der Beschlussfassung sei die einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen der Vertreter entscheidend. Von den 1568 angeschriebenen Vertretern habe man 924 gültige Stimmzettel zurückerhalten, die am Samstag, 30. Mai,  ausgezählt wurden. Die Auszählung ergab mit 884 Ja-Stimmen (96,30 Prozent Zustimmung) einen deutlichen Beschluss zur Führung eines Prozesses. Dieser Beschluss wurde wegen möglicher Verjährungsfristen zum Monatsende Mai direkt durch die Einreichung einer Klage umgesetzt. „Mit Schreiben vom 4. Juni haben wir unsere Vertreter über das Abstimmungsergebnis informiert und uns für die überwältigende Resonanz bedankt“, teilt Volksbank-Sprecher Bernd Weisheit mit.

Der Rücklauf der Stimmzettel mit einer so hohen Teilnehmerzahl zeige den hohen Stellenwert, den auch die Vertreter einer Aufklärung aller mutmaßlichen Complianceverstöße beimessen. „Wir sehen in diesem deutlichen Votum auch den klaren Auftrag an Aufsichtsrat und Vorstand, den eingeschlagenen Weg maximaler Transparenzherstellung im Sinne der Bank und ihrer Mitglieder fortzuführen. Das gilt auch für die Untersuchungen im Hinblick auf den früheren Vorstandsvorsitzenden Karlheinz Unger“, so Weisheit weiter.