Ingersheim Kita-Gebühren leicht angehoben

In Ingersheim werden ab 1. September dieses Jahres die Kita-Gebühren angehoben. Der Elternbeitrag liegt dann bei 12 Prozent. Das gelte dann für alle Kindergärten, wie dem Moerike Kindergarten.
In Ingersheim werden ab 1. September dieses Jahres die Kita-Gebühren angehoben. Der Elternbeitrag liegt dann bei 12 Prozent. Das gelte dann für alle Kindergärten, wie dem Moerike Kindergarten. © Foto: Martin Kalb
Von Günther Jungnickl 28.06.2018

Stefanie Burk hatte es erst kürzlich bei der Vorstellung ihrer Kindergarten-Bedarfsplanung angekündigt und am Dienstag ist es nun vom Gemeinderat so beschlossen worden: Vom 1. September 2018 an werden für Eltern die Kita-Gebühren um drei Prozent angehoben.

Denn trotz einer Anhebung um acht Prozent im Vorjahr beträgt der Elternanteil an dieser Gebühr nur mehr zwölf Prozent, während die Gemeinde den Löwenanteil von 2,6 Millionen Euro jährlich berappen muss. Nach den Leitrichtlinien des Landes Baden-Württemberg sollten Eltern 20 Prozent des Anteils zahlen.

„Eine zwanzigpronzentige Kostendeckung ist kaum durchsetzbar“, stellte Gemeinderat Jürgen Fleischmann (FWV) sogleich trocken fest. Seine Fraktionskollegin Carmen Buchgraber-Musch wies darauf hin, dass vergleichbare Gemeinden halt einen anderen Personalschlüssel und auch nicht den Standard wie Ingersheim hätten. Während Karl Seitz (CDU) auf die Richtlinienkompetenz des Landes verwies, die im Einvernehmen schließlich in Zusammenarbeit mit den Kindergartenträgern entstanden seien.

Thorsten Majer (SPD) befand in seiner Stellungnahme: „Keiner von uns freut sich über Gebührenerhöhungen.“ Aber er gestand auch, dass in Sachen Kindergartengebühren zwei Seelen in seiner Brust miteinander rangen: Privat sei er stolz auf den niedrigen Elternanteil in Ingersheim, „aber nicht als Kommunalpolitiker“.

Selbst seiner eigenen Partei, die Gebührenfreiheit für Kinderbetreuung propagiere, könne er in diesem Punkt nicht folgen, es sei denn die Bundesregierung übernehme den Part: „Denn sonst bleibt das wieder bei den Kommunen hängen - und wer soll das bezahlen?“

Mehr Bildungsgerechtigkeit

Bürgermeister Volker Godel zeigte Verständnis: „Wir wollten halt mehr Bildungsgerechtigkeit schaffen.“ Deshalb habe man die Ingersheimer Standards angehoben: Für mehr und besser bezahltes Personal gesorgt und auch die Sachkosten für Kindergärten erhöht. Der Zustand der Kindergärten sei nun mal von Kommune zu Kommune unterschiedlich. Der Bürgermeister versprach allerdings durchrechnen zu lassen, wie die Gebühren angehoben werden müssten, um die Landesrichtlinien von 20 Prozent zu erreichen.

Vor der Diskussion der Gemeinderäte hatten Stefanie Burk (Hauptamt) und Lena Liedtke (Kämmerei) die notwendigen redaktionellen Korrekturen und die finanziellen Auswirkungen der dreiprozentigen Gebührenanhebung in diesem Jahr erläutert. Ihr Fazit jedoch lautete: „Aufgrund der stetig steigenden Kosten im Bereich der Kinderbetreuung prüft die Verwaltung die Umstellung des Systems im nächsten Jahr, um sich auch hierbei dem angestrebten Kostendeckungsgrad von 20 Prozent schrittweise anzunähern.“

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