Statistik KFZ-Innung verspricht „Riesenärger“

Kreis Ludwigsburg / Andreas Lukesch 14.04.2018

Im Großraum Stuttgart waren Ende März exakt 1 617 255 PKW zugelassen, im Landkreis Ludwigsburg waren es 326 329 Autos – Rekordwerte. Die Region war damit noch nie so weit entfernt vom Umstieg auf andere Verkehrsmittel. Was für die Kritiker somit eine schockierende Zahl ist, feiert die KFZ-Innung in ihren Monatsberichten zur Zulassungsstatistik und freut sich, der leidigen Diskussion um Diesel-Fahrverbote und Blaue Plaketten, die „Diesellage“, wie es die Innung nennt, etwas entgegenzusetzen. Und sei es nur die Gewissheit, dass die Autofahrer eine besonders starke Stimme haben in der Region. Gleichwohl ist die schon lange im Bundesverkehrsministerium angekommen, denn dort soll das Förderprogramm „Saubere Luft“ erklärtermaßen nicht zu Lasten der Autofahrer, speziell der Dieselfahrer, gehen.

Umstieg auf andere Antriebe

Die KFZ-Innung bleibt allerdings misstrauisch und begleitet die Diskussion mit einer einfachen, aber klaren Philosophie. So ließ Obermeister Torsten Treiber erst vor wenigen Tagen verlauten: „Region Stuttgart und Kreis Ludwigsburg ohne Auto wird nicht klappen, flächendeckende Fahrverbote in Stuttgart oder vielleicht auch Ludwigsburg gäben Riesenärger, und mit den Autos unter Strom wird es noch etwas dauern, wobei es durchaus sein kann, dass die Brennstoffzelle der Batterie den Garaus macht.“

Die Menschen in der Region stimmen indes mit den Füßen ab und reagieren schon auf die Ankündigung von Mobilitätseinschränkungen mit einem veränderten Kaufverhalten. „Die Leute steigen um, aber nicht aus“, erklärte Treiber zu den jüngsten Zahlen, nach denen die Innung allein im März und im Kreis Ludwigsburg mehr als 4 Prozent mehr Neuzulassungen verzeichnete (insgesamt 2925 PKW). Die Dieselnachfrage bei den Neuwagen sank indes um 16,4 Prozent, andere Antriebsarten wuchsen hingegen um fast 20 Prozent. Andererseits war bei den Gebrauchten jeder vierte Wagen, der im Landkreis einen neuen Besitzer fand, ein Diesel. Bei den Neuwagen träfe es wiederum vor allem die modernen Diesel, heißt es.

Das Kaufverhalten wird damit auch als Zeichen für die Verunsicherung bei den Verbrauchern als Folge politischer Vorgaben gewertet, denn, so Kreisvorsitzender Markus Klein: „Mit Logik hat diese Entwicklung nichts zu tun, aber mit den Signalen, die die Politik aussendet.“