Während für viele das Baden im Neckar ein Tabu ist, haben andere nichts dagegen in einem Fluss zu baden. Doch ist das Schwimmen dort überhaupt erlaubt? Bei einem Gespräch der BZ mit dem Landratsamt Ludwigsburg kam heraus, dass es am Neckar keine einzige ausgewiesene Badestelle gibt. Das Sozialministerium Baden-Württemberg rät seit vielen Jahren aus hygienischen Gründen vom Baden in Flüssen und Seen ab, die nicht als Badegewässer zugelassen und regelmäßig untersucht werden. Dies gilt auch für den Neckar im Landkreis Ludwigsburg, bestätigte das Landratsamt Ludwigsburg.

Keime und Krankheitsereger

Bei verschiedenen, auch durch das Gesundheitsamt Ludwigsburg durchgeführten stichprobenartigen Untersuchungen von Fließwasser aus Neckar, Enz und anderen kleinen Flüssen wurden in den vergangenen Jahren immer wieder mikrobiologische Verunreinigungen (hohe Keimzahlen, Krankheitserreger) über den geltenden Grenzwerten festgestellt.

Zu nennen sind insbesondere Bakterien wie Escherichia coli, Fäkalstreptokokken, Enterokokken, aber auch Krankheitserreger wie Salmonellen oder Saugwürmer. Durch die mikrobiologischen Verunreinigungen sind vor allem Badende gefährdet. Davon betroffen sind aber auch Kinder, die am Wasser spielen, da sie vermehrt zum Verschlucken von Wasser neigen.

Die Krankheitskeime können nämlich durchs Verschlucken, über die Schleimhäute, aber auch durch kleinste Hautverletzungen in den Körper gelangen. Mögliche Folgen sind vor allem das Auftreten von Magen-Darm-Infektionen, Hauterkrankungen oder schwerwiegende Leber-Entzündungen. Die nachgewiesenen Bakterien, Viren und Parasiten stammen vor allem aus Einleitungen der Kläranlagen, da diese nicht über eine desinfizierende Endstufe verfügen, aber auch von Mischwasserkanalisationen oder vorwiegend nach starkem Regen, aussickernde Dunglegen sowie Quellen wie Flächenabschwemmungen von Weiden, die mit mit Gülle gedüngt sind. Diese können ebenfalls Ursache für erhöhte Konzentrationen von Fäkalkeimen und damit auch Krankheitserregern sein. Zwar hat sich in den letzten Jahrzehnten die qualitative Beschaffenheit der Fließgewässer in Baden-Württemberg durch den konsequenten Ausbau der Kläranlagen erheblich verbessert, jedoch betrifft dies nicht die mikrobiologischen Verunreinigungen. Durch große Bemühungen zur Verbesserung der Wasserqualität im Neckar und seinen Zuflüssen in den 1970er-Jahren, hat sich die Wasserqualität im Neckar bis heute deutlich verbessert.

34 Fischarten

Im Jahr 2012 konnten 34 Fischarten nachgewiesen werden, teilt das Landratsamt mit. Jedoch sind davon 27 heimisch und hiervon wiederum 15 in der Roten Liste der Neunaugen und Fische des baden-württembergischen Neckarsystems gelistet.

Die mikrobiologischen Verunreinigungen, die den Schwimmer im Neckar gefährden können, sind hinsichtlich des Verzehrs von Neckarfischen nicht relevant. Was den Verzehr angeht, spielt die Schadstoffbelastung der Fische eine Rolle.

Die Schadstoffbelastung der Neckarfische ist jedoch so gering, dass diese ohne Bedenken gegessen werden können, wissen die Fachleute. So berichten Neckarangler vom vorzüglichen Geschmack der Schwarzmeergrundel, die in Vereinsessen in großer Anzahl verspeist wird.

Schwerpunkt: Wasser als Lebenselixier


Im Schwerpunkt Wasser  beschäftigt sich Uwe Mollenkopf mit dem Wunsch nach Trinkwasserspendern in Bietigheim-Bissingen (Seite 11). Mathias Schmid berichtet über die hohe Nitratbelastung im Trinkwasser (13) und Günther Jungnickl schreibt über den Wassezins in Ingersheim (14). Susanne Yvette Walter stellt den Mineralwassebrunnen des Bönnigheimer Freibads vor (15). Michael Soltys befasst sich mit dem Hochwasserschutz beim Projekt Enzaue in Besigheim (16). Uwe Roth berichtet über die Trinkwasserpreise (19). ifi