Politik Kaum Sommerpause für Abgeordnete

Kreis Ludwigsburg / red 02.08.2018

Wie das ganze Land, haben auch die Abgeordneten aus der Region in Land- und Bundestag Sommerpause. Die BZ hat gefragt, wie die Volksvertreter aus dem Landkreis die heißen Sommermonate abseits von Plenarsaal und Ausschusssitzungen verbringen.

Statt eines größeren Urlaubs hat der CDU-Bundestagsbgeordnete Steffen Bilger mit seiner Frau nur Kurzurlaube am Bodensee und Schwarzwald geplant.  „Am Dienstag habe ich zum zehnten Mal zu meiner Öko-Sommertour eingeladen, bei welcher ich mich über die ökologischen Themen im Landkreis informiere“, teilt Bilger mit. Zudem lädt er am 18. August zu einem Tag der offenen Tür im Wahlkreisbüro ein. Andere Termine ergeben sich durch den „CDU-Sommer“, bei dem die CDU im Landkreis zahlreiche Veranstaltungen während der Sommerzeit anbietet.

Als Parlamentarischer Staatssekretär. habe er zudem regelmäßige Termine im Ministerium in Berlin, eine Verkehrsfreigabe der Autobahn A 6 in Kaiserslautern am Freitag und Besuche in Wahlkreisen von anderen Abgeordneten. Die Anzahl der Wahlkreistermine reduziere sich im August erfahrungsgemäß deutlich, aber ab dem Markgröninger Schäferlauf Ende des Monats ist dann wieder deutlich mehr los. „Zwischendurch gibt es ja aber auch viele schöne Anlässe wie die Ludwigsburger Weinlaube, bei denen ich mit vielen Menschen ins Gespräch kommen kann“, so Bilger.

Auch Konrad Epple von der CDU plant keinen großen Urlaub. Der Landtagsabgeordnete will im Sommer im Landkreis präsent sein. „Ich bin ja auch im Petitionsausschuss und im Sommer ergibt sich die Möglichkeit, sich einzelne Anliegen auch einmal vor Ort anzusehen.“ Zeltlager, Straßenfeste und parteiinterne Veranstaltungen besucht der Ditzinger. Außerdem  möchte er die Veranstaltungen der Reihe CDU-Sommer besuchen. Auf den „Sundowner“ in Möglingen am 8. August freue er sich dabei ganz besonders. „Grundsätzlich sind die Termine nur eine halbe bis dreiviertel Woche im Voraus fest geplant. Der Sommer gibt auch mehr Spielraum für Termine.“.

Der Bundestagsabgeordnete Eberhard Gienger (CDU) hat sich nach seinem Auftritt bei der Blutspendewoche in Tripsdrill am Montag direkt auf den Weg nach Sankt Peter Ording in den Urlaub gemacht. „Mein erster Urlaub seit 16 Jahren“, sagt er. Den verbringt er mit einem Großteil seiner Nächsten: Die Söhne sind mit Familie dabei, ebenso die Schwiegermutter eines Sohnes. „Das hat sich so ergeben und ist natürlich sehr schön“, freut sich Gienger. Schon am Sonntag sind die Ferien aber wieder vorbei. In den kommenden Wochen radelt der MdB bei der Tour der Hoffnung für leukämiekranke Kinder mit. „Das mache ich schon seit vielen Jahren“, sagt er. Bei der Leichtathletik-EM vom 7. bis 12. August in Berlin will er ebenfalls vorbeischauen. Ständiger Begleiter sind auch bei ihm Handy und Laptop.

Landtagsabgeordneter Fabian Gramling (CDU) gönnt sich keinen langen Urlaub. Ein paar Tage ins Allgäu zum Wandern und ein paar Tage am Bodensee schiebt er zwischen die Termine, die es auch im Sommer gibt. Im August und September stehen laut seinem Büro noch drei Termine der Reihe „Politik zum Grillen“ an (die BZ berichtete). Neben Gesprächen mit Verbänden zum Thema Start-up-Unternehmen will sich der Politiker auch Zeit für „Praktika“, etwa auf einem Bauernhof, nehmen, bei der Weinlese in den Steillagen mithelfen und für einen sozialen Zweck Schoko-Früchte auf dem Bietigheimer Pferdemarkt verkaufen. Das Freundeskreis-Konzert in Ludwigsburg und die Jubiläumsfeier zu 125 Jahren VfB Stuttgart will er sich ebenfalls nicht entgehen lassen.

„In der plenumsfreien Zeit komme ich weiterhin meinen Verpflichtungen als Abgeordneter nach“, sagt AfD-Bundestagsabgeordneter Martin Hess, „allerdings liegt der Schwerpunkt in den Sommerwochen stärker auf dem Wahlkreis als auf der Hauptstadt.“ Neben persönlichen Gesprächsterminen mit Funktionsträgern kümmere er sich bei der täglichen Arbeit im Wahlkreisbüro wie sonst auch zwischen Plenarwochen um die „Belange und berechtigten Sorgen der Bürger“. Sommerpause sei nicht gleich Sommerferien. Er nehme an einer Vielzahl von Parteiveranstaltungen teil wie etwa Bürgerdialogen oder Vortragsabenden – auch in anderen Bundesländern –, bei denen er die Probleme der Inneren Sicherheit thematisiere und Lösungsvorschläge präsentiere.

„Nach Berlin fahre ich auch in der sitzungsfreien Zeit regelmäßig, um parlamentarische Initiativen für die nächsten Plenumswochen vorzubereiten oder um Hintergrundgespräche zu führen.“, erklärt Hess. Nach vielen arbeitsreichen Wochen sei auch ein kurzer Urlaub eingeplant, den er in Deutschland verbringen werde.

Marc Jongen sitzt ebenfalls für die AfD im Bundestag und hat erst vor wenigen Tagen sein neues Wahlkreisbüro in Besigheim eröffnet. Die Vorbereitung dazu habe Zeit gekostet. Auch ansonsten sei er derzeit viel unterwegs und könne Wahlkreisarbeit machen, die liegengeblieben ist während der Bundestagssitzungen. Auch die programmatische Parteiarbeit beschäftige ihn derzeit. Zudem stehe demnächst zwei Wochen Urlaub in Griechenland an. Danach gehe die Vorbereitung für die Zeit nach der Sommerpause los.

Daniel Renkonen sitzt für die Grünen im Landtag und ist bereits abgedüst. Er verbringt, wie sein Büro mitteilt, den Großteil der Sommerferien in einem Ferienhaus in Finnland, wie nahezu jeden Sommer. Renkonens Stiefvater ist Finne. Der Grünen-Politiker selbst hat als Kind mehrere Jahre in Finnalnd gelebt, spricht die Sprache fließend. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland nimmt er bis zum Ende der Sommerpause Wahlkampftermine wahr.

Sein Parteifreund Markus Rösler hat seinen Haupturlaub für dieses Jahr bereits an Pfingsten genommen. Daher ist der Landtagsabgeordnete in den kommenden Wochen weitestgehend im Einsatz. „Eine Woche bin ich in Brandenburg bei der Schwiegerfamilie, eine Woche halte ich mir frei, werde keine Termine wahrnehmen“, berichtet er. In dieser Zeit stehe Hausarbeit an: Obstbaumpflege im heimischen Garten, Reparaturen im Haushalt, Garage säubern. Den Rest der Zeit wird er dienstlich unterwegs sein, wenn auch in gedrosseltem Umfang: „Ich arbeite keine 60 Stunden pro Woche, sondern nur 30 bis 40. Das ist für mich schon sehr entspannend“, meint Rösler. Unter  anderem bildet er sich in diesen Tagen in Thüringen und Niedersachsen zum Thema Wolf weiter.

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