Bietigheim-Bissingen / Christiane Rebhan/Martin Tröster  Uhr

Auf BZ-Nachfrage sind sich die Kandidaten für den Wahlkreis Neckar-Zaber einig: Kein Verbot für Dieselautos. Die Begründungen sind unterschiedlich.

Eberhard Gienger, für die CDU im Bundestag, findet die Diskussion über das Verbot absurd: „Das gibt es in keinem Land. Wir sollten unsere Autos nicht per se  schlechtreden.“ Den Betrug dürften nicht die Mitarbeiter in den Werkshallen und nicht die Autokunden ausbaden. „Klimapolitisch brauchen wir den Diesel, aber wir müssen die Stickstoff-Emissionen in den Griff bekommen“, sagt Gienger. Die AfD schließe sich der Diesel-Hysterie nicht an, sagt ihr Kandidat und Landessprecher Marc Jongen. Diesel-Fahrverbote kämen einer Enteigung der Fahrer gleich, findet der AfDler. Es sei Wahnsinn, die deutsche Automobilindustrie, an der direkt oder indirekt 1,8 Millionen Arbeitsplätze hängen, weiter unter Druck zu setzen.

„Die Verbraucher getäuscht“

Auch SPD-Kandidat Thomas Utz führt den Erhalt der Arbeitsplätze in der Region als Gegenargument an. „Ich sehe die Automobilindustrie in der Pflicht, EURO-5 und EURO-6 Dieselfahrzeuge auf die gesetzlich zulässigen Grenzwerte nachzurüsten“, sagt Utz. Außerdem solle man verstärkt an CO2-neutralen Antriebstechnologien arbeiten, damit „unser Land Vorreiter in Sachen Mobilität der Zukunft wird“.

Sogar die Grünen-Kandidatin Catherine Kern spricht sich gegen das Verbot aus. „Die Autoindustrie hat die Verbraucher getäuscht und sich nicht an das gültige Recht gehalten.“ Deshalb müssten die Autobauer jetzt die Verantwortung übernehmen, indem sie in jedem betroffenen Fahrzeug nachrüsten. „Die Städte haben ein Stickoxid-Problem, denn für die Richtwerte zur Luftreinheit gibt es EU-Vorgaben“, sagt Kern. „Nun entscheiden Gerichte.“ Die Grüne plädiert statt eines Verbots dafür, dass ab 2030 kein Verbrennungsmotor mehr produziert werden soll.

Der Bundestagskandidat der Linken für Neckar-Zaber sieht „die Politik“ in der Schuld. „Der Dieselgipfel war eine Farce, weil die Verbraucher aufkommen müssen und nicht das Betrügerkartell der Autokonzerne“, sagt Walter Kubach.

FDP-Kandidat Marcel Distl hatte die Anfrage der BZ nicht beantwortet.