Ernteaussichten Jetzt rücken die Mähdrescher aus

Der Ditzinger Landwirt Jürgen Rüdt (links), Vorsitzender der Erzeugergenossenschaft für Qualitätsgetreide und Raps, und Gerd Mezger, BayWa-Geschäftsführer der Sparte Agrar in Württemberg, erwarten eine durchschnittliche Ernte.
Der Ditzinger Landwirt Jürgen Rüdt (links), Vorsitzender der Erzeugergenossenschaft für Qualitätsgetreide und Raps, und Gerd Mezger, BayWa-Geschäftsführer der Sparte Agrar in Württemberg, erwarten eine durchschnittliche Ernte. © Foto: Oliver Bürkle
Freiberg / Günther Jungnickl 22.06.2018

An zwei Tagen (Donnerstag und Freitag) veranstaltet der BayWa-Stützpunkt Freiberg wieder seinen „Feldtag“ für Landwirte aus dem ganzen Unterland. Auf rund zehn Hektar Versuchsfläche der Gutsverwaltung Grävenitz stellen dabei Pflanzenbauexperten bewährte und auch Neuzüchtungen von Getreidesorten vor. Neben einer Vielzahl an pflanzenbaulichen Anwendungsbeispielen präsentiert die Freiberger Niederlassung dabei auch Lösungen für „Digital Farming“.

Raps, Weizen und Körnermais

Der Ditzinger Landwirt Jürgen Rüdt, Vorsitzender der Erzeugergenossenschaft für Qualitätsgetreide und Raps, und Gerd Mezger, BayWa-Geschäftsführer der Sparte Agrar in Württemberg, erwarteten dabei am Donnerstag im Rahmen einer Pressekonferenz eine in diesem Jahr alles in allem  „durchschnittliche Ernte“. Während sie beim Raps mit „höchstens zufriedenstellenden“ Erträgen rechnen, erwarten sie beim Weizen in den feuchteren Teilen des Landes Württemberg eine Ernte „über dem Durchschnitt“. Ebenso breit gefächert sei die Bestandssituation bei regional erzeugtem Hafer. Ähnlich robust zeige sich auch der Markt bei Körnermais.

„Der Markt für Getreide und Raps schlägt 2018 nach besonderem Takt und mit vielen Nebenmelodien“, so Gerd Mezger.

Witterung, politisch deutlich geänderte Rahmenbedingungen (Trumps Strafzollpolitik) und Devisenkurse seien derzeit so unsicher wie selten zuvor. Dabei sei die weltweite Versorgungslage trotz des Russland-Embargos nach wie vor gut, denn das Angebot übersteige die Nachfrage. Mezger: „Für die weitere Entwicklung werden nun die Erntemengen und die -qualität entscheidend sein.“ Und Jürgen Rüdt meinte ergänzend: „Für die erforderliche Proteineinlagerung beim Weizen brauchen wir in den nächsten Tagen ausreichend Sonne bei Tagestemperaturen bis maximal 25 Grad und an den Wasserbedarf angepasste Niederschlagsmengen.“

Vierzehn Tage bis drei Wochen nach der Wintergerste könnte nach Mezgers Einschätzung auch die Braugerste (Sommergerste) durch die Mähdrescher geerntet werden. Bei der Schwerpunktsorte „RGT Planet“ erhoffen sich die Landwirte einen guten Ertrag mit passenden Qualitäten.

Ertragreich und standfest

Denn gerade diese Sorte gilt als ebenso ertragreich wie standfest. Erwartet werde in diesem Jahr eine besonders große Sommergerstenernte, meinte Rüdt.

Von sehr gut bis schlecht reiche jedoch das Bestandsniveau beim Hafer. Landwirt Rüdt: „Dort, wo die klimatischen Bedingungen passten und die erforderlichen Hektolitergewichte erreicht werden, ist der Hafer im Vertragsanbau eine gesunde Sommerkultur zur Auflockerung der Fruchtfolge.“

Denn die BayWa habe gerade bei Hafer gute Kundenbeziehungen in Württemberg aufgebaut, ergänzte Geschäftsführer Gerd Mezger.

Allerdings habe der Rapsanbau im Laufe der Jahre in Württemberg an Bedeutung verloren. Das sei in erster Linie vor allem der verschärften Schädlingsbekämpfungsgesetzgebung zu verdanken, meinte Jürgen Rüdt. Momentan präsentiere sich der Raps sehr unterschiedlich.

„Dort, wo alles passt, hoffen wir auf ein ordentliches Ertragsniveau. Ansonsten dürften sich die zum Teil schwierigen Aufwuchsbedingungen mit schwächeren Erntemengen bemerkbar machen“, meinte Rüdt.

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