Seit Februar arbeitet der Zweckverband Kreisbreitband Ludwigsburg. Er wurde gegründet, um dem Kreis flächendeckend schnelles Internet zu bringen. Bei der Verbandsversammlung vor Kurzem im Kreishaus blickte Geschäftsführer Viktor Kostic auf das bisher Erreichte zurück. Neben der konstituierenden Sitzung des Verbands im Februar und dem Beitritt zur Gigabit Region Stuttgart im Mai hob er dabei vor allem den Spatenstich im Juli in Heimerdingen hervor.

In dem Ditzinger Stadtteil wurde als Modell-Ort mit der Verlegung von Glasfaserkabeln begonnen. „Heute haben schon 100 Haushalte in Heimerdingen einen Glasfaseranschluss“, erklärte Kostic. Mit Gemmrigheim solle es im ersten Quartal 2020 weiter gehen (die BZ berichtete). Dann sollen auch Gewerbegebiete in Rems­eck, Erligheim, Schwieberdingen, Korntal-Münchingen, Ditzingen und Steinheim profitieren.

In der Vorvermarktung befinde man sich mit Gewerbegebiete in Besigheim („Dort haben wir schon genügend Anmeldungen, um mit der Verlegung im gesamten Gewerbegebiet beginnen zu können“, so Kostic), Bietigheim-Bissingen und Remseck. Wo die Kabel verlegt würden, gehe es schnell. Laut Kostic schaffe man bei dem in Heimerdingen eingesetzte Verfahren (Trenching) 400 bis 700 Meter pro Tag.

Auch Neubaugebiete wurden mit Glasfaser erschlossen, rund 550 solcher Anschlüsse seien gelegt, unter anderem in Besigheim, Freudental, Hemmingen, Ludwigsburg und Markgröningen. Gemeinsam mit der Telekom seien Verlegungen in Walheim, Hessigheim, Bönnigheim, Mundelsheim, Freiberg, Vaihingen und Möglingen gelungen. Ebenfalls 2019 habe man mitgewirkt an einem 5G-Förderantrag für die Region beim Bund, von dem man sich Unterstützung beim Ausbau des schnellen Mobilfunknetzes erhoffe. Noch im November steht für den Zweckverband laut Kostic die Förderantragstellung für schnelles Internet für Schulen und Krankenhäuser im Kreis auf dem Plan. 2020 hoffe man dann schon Ausschreibungen starten zu können für das Förderprojekt, damit die Einrichtungen mit schnellem Internet versorgt werden können.

Informationen zu 5G

Der Zweckverband Kreisbreitband will 2020 auch eine Informationskampagne 5G starten, erklärte Kostic. Es gehe darum zu zeigen, warum dies nicht nur für die Wirtschaft im Kreis wichtig sei. Damit will sich der Geschäftsführer vor allem an Gemeinderäte wenden. Daneben soll die Digitalisierung im Landkreis vorangetrieben werden und die Abstimmung mit den Bauämtern verbessert werden, um schneller die Genehmigungen für Verlegungen zu erhalten.

Im Anschluss wurde dann von den Bürgermeistern, die die Gemeinden im Zweckverband des Landkreises vertreten, der Wirtschaftsplan 2020 einstimmig beschlossen. Dieser sieht für den Zweckverband Erträge und Aufwendungen in Höhe von je rund 750 000 Euro vor. Ab 2021 ist die Stelle eines technischen Projektleiters vorgesehen. Unter anderem deswegen sollen sich die Aufwendungen dann um rund 100 000 Euro pro Jahr erhöhen.

20 000 neue Anschlüsse in der Region Stuttgart


Von der Gigabit Region Stuttgart war mit dem Geschäftsführer Hans-Jürgen Bahde jemand bei der Sitzung des Kreis-Zweckverbands. Die Gigabit Region Stuttgart steuert gemeinsam mit den Zweckverbänden den Breitbandausbau in der Region und koordiniert das Kooperationsprojekt mit der Deutschen Telekom.

Seit April baue man das Glasfasernetz in 20 Kommunen aus, vier weitere seien in Planung. Bis Ende 2019 habe man 20 000 neue Glasfaseranschlüsse gelegt. Ab 2020 will man in der Region jährlich 80 000 Anschlüsse schaffen, so Bahde. Er verwies auf andere Regionen, wo 4000 bis 5000 pro Jahr erreicht würden.

Bis Ende 2020 sollen 136 Neubaugebiete mit schnellem Internet erschlossen werden. 34 Gewerbegebiete wurden bereits dafür ausgebaut,  20 seien in der Vorvermarktung und bei sieben habe es zu wenig Interessenten gegeben. „Aber bei uns sind diese nicht vergessen. Die kommen in ein paar Jahren wieder aufs Tableau“, sagte Bahde. bz