In Sachsenheim hat sich eine Bürgerinitiative gegründet. Sie richtet sich gegen Pläne der Stadtverwaltung, die Container am Schulzentrum bis Ostern 2018 zur Unterbringung von Flüchtlingen zu verwenden, und nicht, wie geplant, als Unterrichtsräume. Laut einem Mitglied wurde die „Bürgerinitiative Schul­umbau Gemeinschaftsschule“ bereits am vergangenen Dienstag gegründet. Aktive Teilnehmer habe man ungefähr zwischen 70 und 80, so das Gründungsmitglied. Die Initiative bestünde vor allem aus Eltern von Kindern, die auf die Gemeinschaftsschule gingen, ebenso aus Eltern, die Kinder auf anderen Schulen sowie im benachbarten Kindergarten „Mobile“ haben.

Die erste Aktion der Bürgerinitiative ist recht öffentlichkeitswirksam. An diesem Dienstag startet eine Demonstration um 17 Uhr auf dem Äußeren Schlosshof. „Die Stadt hat uns gebeten, dort mit der Kundgebung anzufangen“, sagt das Gründungsmitglied. Denn, so sei den Demonstranten zugesichert worden, Bürgermeister Horst Fiedler würde sich den Bürgern stellen. Auf Nachfrage der BZ heißt es aus dem Rathaus, dass das Stadtoberhaupt dafür seinen Urlaub unterbreche. Für weitere Nachfragen war der Urlaubende am Montag nicht zu erreichen. Nach der Kundgebung laufen die Demonstranten noch zum Parkplatz der Schule an der Oberriexinger Straße.

Wie die BZ am vorangegangenen Freitag berichtet hatte, will die Stadtverwaltung die Con­tainer, in denen Klassenräume während des Umbaus der Gemeinschaftsschule entstehen sollen, zunächst einmal als Wohnraum für bis zu 100 Flüchtlingen nutzen – das Landratsamt hatte Ernst gemacht und den Rückstand, den die Stadt hinsichtlich der Anschlussunterbringung hatte, nun eingefordert. Die Schüler sollen bis Ostern in der Folge nun auch weiterhin in den Räumen des Gymnasiums unterrichtet werden. Nach den Osterferien sollen die Schüler folglich den Plänen zufolge in den Containern unterrichtet werden – weil die Flüchtlinge und die Obdachlosen, die jetzt zunächst in den Containern leben sollen, dann schon in die geplanten Unterkünfte im Heinzenberger Weg und im Seepfad umgezogen sein sollen.

Zweifel am Zeitplan

Der Vertreter der Bürgerinitiative hat große Zweifel, dass die Flüchtlinge nach Ostern aus den Containern ausgezogen sind und die Stadt darin die Schüler unterrichten lässt. „Wir haben Bedenken“, sagt er. Denn bislang sei es der Stadt in zwei Jahren nicht gelungen, eine Lösung für die Flüchtlinge bereitzustellen. Das Gründungsmitglied der Initiative sagt auch: „Wir haben nichts dagegen, dass die Stadt ihrer sozialen Aufgabe nachkommt und Unterkünfte für Flüchtlinge bereitstellt.“ Aber man habe ein Problem damit, dass sich dadurch der Umbau der Gemeinschaftsschule weiter verzögere – und die Kosten steigen. Der Vertreter der Bürgerinitiative sagt aber auch: „Zumindest die Sicherheit der Schüler sollte gewährleistet werden.“ Damit bezieht er sich auf die räumliche Nähe der Flüchtlingsunterkunft und der Schüler. Weitere Ausführungen, was er damit noch gemeint haben könnte, möglicherweise die Forderung nach Sicherheitspersonal, machte der Vertreter der Initiative am Montag gegenüber der BZ nicht.