Beschluss Ingersheim macht den Weg frei für schnelleres Internet

Bis 2025 soll die Häfte der Haushalte in der Region Stuttgart vom Glasfaserausbau profitieren.
Bis 2025 soll die Häfte der Haushalte in der Region Stuttgart vom Glasfaserausbau profitieren. © Foto: Patrick Pleul
Ingersheim / Günther Jungnickl 06.12.2018

Harald Schnabel, der Leiter des Amts für Liegenschaften, Digitalisierung und Technik, stimmte mit einem Kurzvortrag das Gremium am Dienstagabend auf das Thema Digitalisierung ein. Nun ist Eile geboten, denn bis Ende des Jahres sollen die Gemeinderäte aller 39 Städte und Gemeinden im Landkreis Ludwigsburg ihre Entscheidungen getroffen haben.

Denn schon am 18. Januar  muss die Satzung für den Zweckverband, der im Kreis gegründet werden soll, dem Regierungspräsidium Stuttgart zur Genehmigung und Veröffentlichung vorliegen. Die Ausgangssituation ist bekannt: Über Jahre hinweg gab es keinen flächendeckenden Glasfaserausbau, etliche „weiße Flecken“ und sogar ausgeklammerte Gewerbegebiete. Die Privatwirtschaft, die sich da kaum bewegt hatte, kam deshalb jetzt auf den Verband Region Stuttgart (VRS) zu und gab Kooperationsangebote ab.

Telekom setzt sich durch

Von den zwölf Telekommunikations-Unternehmen (TKU) setzte sich am Ende die Telekom mit dem besten Angebot durch, was dann in einen Kooperationsvertrag mit der Gigabit Region Stuttgart GmbH mündete. Gesellschafter dieser Gigabit sind unter anderem die Zweckverbände der fünf Landkreise (darunter auch der Zweckverband Kreisbreitband Ludwigsburg), die Stadt Stuttgart sowie die Wirtschaftsregion Stuttgart.

Deshalb hatte der Ingersheimer Gemeinderat gleich drei Entscheidungen zu treffen. Erstens die Zustimmung zur Gründung des Zweckverbands Kreisbreitband Ludwigsburg und Ingersheims Beitrittsbereitschaft, wobei das Stammkapital mit 50 Cent pro Einwohner angesetzt wurde. Zweitens die Zustimmung zum Beitritt des Zweckverbands Kreisbreitband Ludwigsburg zur Gigabit Region Stuttgart GmbH. Drittens die Zustimmung zum Abschluss der Kooperationsrahmenvereinbarung mit der Deutschen Telekom.

Gerade bezüglich des letzten Punkts entwickelte sich Skepsis in der Runde, weil einige Gemeinderäte nicht vergessen hatten, wie zögerlich gerade die Telekom den Glasfaserausbau in den vergangenen Jahren vorangetrieben hatte.

SPD-Fraktionschef Gemeinderat Thorsten Majer erinnerte sich noch gut daran, dass das Unternehmen zwar bereit war, Neubaugebiete mit Glasfaser zu versorgen, während die Ortskerne weitgehend damit verschont blieben. „Aber wir können es uns nicht leisten, jetzt nicht mitzumachen“, sah er ein. Jürgen Fleischmann (FWV) plagten indes andere Sorgen: „Wann kommen wir als kleinere Gemeinde irgendwann mal dran?“

Investition: 600 Millionen Euro

Insgesamt 600 Millionen Euro sollen in der Region Stuttgart in den Glasfaserausbau investiert werden. Dazu kommt noch ein kommunaler Investitionsanteil von 500 Millionen Euro, der in der Regel von Bund und Land mit zehn Prozent gefördert wird.

Die konkrete Ausbauplanung werde alle zwölf bis 24 Monate vorgenommen, erklärte Harald Schnabel, die Abstimmung darüber erfolge im Zweckverband zwischen der jeweiligen Kommune und der Telekom. Der Gemeinderat habe es selbst in der Hand, wann er die Mittel für den Ausbau und dessen Umfang freigibt. Die erste Ausbauplanung sei übrigens schon für April 2019 geplant. Immerhin bis zum Jahr 2025 sollen schon 100 Prozent aller Gewerbegebiete und 50 Prozent aller Haushalte in der Region Stuttgart einen Zugang zum Gigabit-Internet haben. Bis zum Jahr 2030 sollen es dann auch 90 Prozent aller Haushalte sein.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel