Die Gemeinde Pleidelsheim will auf einer Grünfläche zwischen Wiegehalle und Bäcker ein Ärztehaus bauen.

Ohne sich konkret auf mögliche Mieter oder Eigentümer festlegen zu lassen, geht Bürgermeister Ralf Trettner auf Nachfrage  davon aus, dass schon am Ort angesiedelte Ärzte, Physiotherapie und Apotheke in dem neuen Gebäude eine moderne Unterbringung finden werden.

Der Gemeinderat stimmte am Donnerstag sowohl der Aufstellung eines Bebauungsplans als auch dem konkreten Baugesuch zu. „Mir tut es zwar leid um die Grünfläche“, so Christel Staudenmaier (WIR), „aber der Standort ist ideal“. Mit den Parkplätzen und der Bushaltestelle an der Wiegehalle, sowie der Infrastruktur in der Nähe, verbessere das Ärztehaus eben auch die Lebensqualität im Ort.

Über einer großen Tiefgarage mit 28 Stellplätzen sollen im Erdgeschoss eine Apotheke und eine Allgemeinarztpraxis untergebracht werden. Im Obergeschoss ist Platz für einen Kinderarzt und eine Physiotherapie. Im Dachgeschoss entstehen vier Wohnungen zwischen 66 und 100 Quadratmetern Größe.

Im Dach wäre statt einer Wohnung auch Platz für eine Zahnarztpraxis, die man gerne in dem Ärztehaus sehen würde. „Einer hat schon abgesagt, mit einem weiteren sind wir in Verhandlung“, stellte Trettner dazu fest, der die Chancen aber „eher gering“ einschätzt.

Sigrid Wildermuth (WIR) würde sich die Option gerne offenlassen, zumal das neue Ärztehaus durch den Aufzug „komplett barrierefrei“ wird.

Die Entscheidung, wer Mieter oder Eigentümer, sowohl der Wohnungen als auch der Praxisräume wird, treffe ohnehin der Gemeinderat, sagte der Bürgermeister auf Frage von Jürgen Hämmel (FWV). „Das beschließen Sie, wir sind für alles offen“, so Trettner.

Kommt ein Zahnarzt?

Allerdings müsse man vor Baubeginn sicher wissen, ob ein Zahnarzt Interesse habe. „Die brauchen viele Leitungen im Boden, das muss im Bau schon berücksichtigt werden.“

Das Ärztehaus sei ein „wichtiges Projekt für die Kommune“, stellte Trettner fest. Für den Bau gibt es schon einen konkreten Entwurf, der in der Ansicht frappierend dem runderneuerten Rathaus ähnelt und auch vom gleichen Büro erstellt worden ist. Städtebaulich ist es sicher kein Nachteil, wenn das markante Gebäude in unmittelbarer Nachbarschaft das Erscheinungsbild der Verwaltungszentrale aufnimmt.

An der Wiegehalle werden durch den Bau keine Parkplätze wegfallen, aber auch keine speziell für das Ärztehaus ausgewiesen werden, informierte Bürgermeister Ralf Trettner weiter. Man werde versuchen, hier stärker gegen Dauerparker vorzugehen. Die Tiefgarage werde öffentlich sein und biete mit den acht Besucherparkplätzen genügend Stellraum.

Weitere Untersuchungen müssen noch zum Thema Starkregen gemacht werden, da die Abwasserkanäle in diesem Bereich durch die Topografie in Richtung der Tiefgarageneinfahrt überlaufen könnten.