Industrie 4.0 Industrie 4.0: Qualifizierung ist alles

Ein Auszubildender in Stuttgart arbeitet in einem neuen Industrie-4.0-Labor im Daimler-Ausbildungszentrum an einer virtuellen Schweißmaschine.
Ein Auszubildender in Stuttgart arbeitet in einem neuen Industrie-4.0-Labor im Daimler-Ausbildungszentrum an einer virtuellen Schweißmaschine. © Foto: Christoph Schmidt/dpa
Andreas Lukesch 28.08.2018

Wer im Zeitalter der Digitalisierung beruflich erfolgreich sein will, muss nicht unbedingt ein Studium der Informatik erfolgreich abschließen, eine solide Ausbildung tut’s auch. Davon überzeugt sind die, die es wissen müssen. „Unsere Botschaft ist: Qualifizierung ist immer der Schlüssel zu einer erfolgreichen Karriere. Dabei zeigen die Zahlen, dass eine berufliche Ausbildung genauso erfolgversprechend sein kann wie beispielsweise ein Studium“, sagt etwa Christian Rauch, Chef der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit.

Nach einer Erhebung des Institutes für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) werden sich mehr als 400 000 Arbeitsplätze in Baden-Württemberg als ein Effekt der Digitalisierung ändern. Gut 200 000 Arbeitsplätze fallen nach dieser Erhebung weg, fast ebenso viele kommen hinzu. Das heißt: Die Digitalisierung wird am Gesamtniveau der Beschäftigung wenig ändern, aber innerhalb der Branchen und Berufe kommt es zu massiven Verschiebungen.

„100 Stunden Morgen“

Wie reibungslos sich diese Verschiebungen vollziehen, hängt nach Einschätzung des IAB in erster Linie von Bildung und Weiterbildung der Beschäftigten ab. Will heißen, die Digitalisierung verlangt nach immer mehr Experten und Spezialisten.

Und die müssen auf gut vorbereitete digitale Arbeitsplätze treffen. Ein Umstand, der ganz offensichtlich noch nicht bis zum letzten Mittelständler durchgedrungen ist. So sagt die Präsidentin der IHK Region Stuttgart, Marjoke Breuning: „Der Handlungsdruck nimmt stetig zu und wir wissen aus Umfragen, dass noch nicht in jedem Betrieb die Zeichen der Zeit erkannt wurden.“

Deshalb handelt jetzt die Kammer und bietet vom 24. bis 28. September im Stuttgarter IHK-Haus die Veranstaltungswoche „100 Stunden Morgen“ an, vollgepackt mit Vorträgen und Diskussionen. Zielgruppe sind vor allem kleine und mittlere  Unternehmen (KMU) der Region, die, so die IHK in einer Mitteilung, „die Digitalisierung auf vielfältige Weise vor große Herausforderungen stellt und denen die IHK mit unterschiedlichen Veranstaltungsformaten Plattformen für Information und Austausch bietet“.

Die Kammer kann auf regen Zuspruch nur hoffen, denn bei den KMU ist die IHK alarmiert. Laut einer Studie des Fraunhofer Instituts verhalten sich zwei Drittel der kleineren Betriebe beim digitalen Wandel noch „abwartend und beobachtend“, statt „aktiv und gestalterisch“ einzugreifen. „Die kleinen und mittleren Unternehmen sind für die Wirtschaftskraft der Region als Arbeitgeber und Innovator sehr wichtig, sie müssen jedoch darauf achten, den Anschluss an den digitalen Wandel nicht zu verpassen, sonst werden sie überholt“, so Breuning.

Auch die Handwerkskammer müht sich, Maler- und sonstige Betriebe ins digitale Zeitalter mitzunehmen. Die Fördermaßnahme „Digitaloffensive Handwerk 2025“ ist dabei nicht ganz erfolglos, wie die Handwerkskammer Stuttgart vermeldet. Zwei Drittel der Handwerksbetriebe in der Region sind nach einer Umfrage der Kammer im digitalen Zeitalter angekommen. „Viele Unternehmer sehen darin keine Bedrohung, sondern vielmehr eine betriebswirtschaftliche Notwendigkeit und Chance“, erklärt Digitalisierungsberater Thomas Gebhardt. Das Smart Home mit Sensorüberwachung und Heizungsoptimierung sei für Wohnungsbesitzer längst Alltag. Selbst ein 3-D-Grabsteinkonfigurator sei schon im Einsatz, weiß Gebhardt, der in dem Zusammenhang auch an die neu aufgelegte Digitalisierungsprämie des Landes erinnert.

Info Einen Informationsabend für Handwerksbetriebe zu Digitalisierung und Wertschöpfung gibt es am 27. September um 19 Uhr bei der Handwerkskammer in Stuttgart. Infos im Netz. Bei der IHK steht die vollständige Agenda der Themenwoche „100 Stunden Morgen“ einschließlich der Anmeldemöglichkeit ebenfalls online.

, Nr. 3962758

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel