Die Arbeit der Karlshöhe spielt auch für die evangelische Brüdergemeinde eine Rolle, die sich mit massiven Vorwürfen auseinandersetzen muss - auch des schweren sexuellen Missbrauchs, anders als in Ludwigsburg. Man sei mit Vertretern der Karlshöhe schon auf verschiedensten Ebenen im Gespräch gewesen, sagt der weltliche Vorsteher Klaus Andersen. "Ich würde mir wünschen, dass es so einen Austausch auch auf Ebene der Evangelischen Landeskirche oder des Diakonischen Werkes gibt. Das ist hilfreich für die Einrichtungen, die sich erst noch mit ihrer eigenen Heimgeschichte befassen."

"Wir wollen die Erkenntnisse aus möglichst vielen Aufarbeitungsprozessen aufnehmen", sagt auch Mechthild Wolff. Die Erziehungswissenschaftlerin der Hochschule Landshut war im Januar mit der Leitung des Gesamtprojekts betraut worden. Dazu gehören unter anderem eine wissenschaftliche Aufarbeitung, aber auch Fragen der finanziellen Entschädigung.

Letztere sorgt immer wieder für Streit, die Diakonie der Brüdergemeinde sieht sich als gemeinnützige Einrichtung gefährdet, würde sie den Geldforderungen nachkommen. Die Zusammenarbeit mit einer Stiftung könnte Abhilfe leisten. Verhandelt wird derzeit noch über eine unabhängige Anlaufstelle für Betroffene. Bei der lang umstrittenen Frage der Finanzierung der Arbeit der drei Vertreter der Interessengemeinschaft (IG) Heimopfer, die Mitglied der Steuerungsgruppe sind - neben drei Vertretern der Brüdergemeinde und Wolff - habe man jüngst Einigung erzielen können.

Doch vielen geht das zu langsam, auch wenn die Steuerungsgruppe immer wieder betont, man sei zufrieden mit dem Stand der Dinge. Unter anderem ist es deshalb schon zum Streit zwischen der IG Heimopfer und der Opferhilfe - einem Bund von Bürgern eigentlich zu deren Unterstützung - gekommen, mittlerweile scheinen sich die Wogen aber etwas beruhigt zu haben.

Stiftung Karlshöhe dokumentiert Geschichte der Heimerziehung