Besigheim / Bettina Nowakowski

Seit 1890 ist der Sitz der Kachelofenbaufirma Tabler bereits in der Hauptstraße in Besigheim. Das eigentliche Gründungsdatum des Handwerkbetriebs geht auf das Jahr 1764 zurück. In der siebten Generation leitet Jürgen Tabler die Geschicke des Familienunternehmens. „Ich habe schon als Junge in den Ferien Kacheln zerklopft“, erzählt der Kaminofenbauer.

Für ihn war es gar keine Frage, in die Fußstapfen des Vaters Paul Tabler, der den Betrieb 1975 von seinem Vater übernommen hatte, zu treten. „Ich wollte nie etwas anderes machen, für mich ist das der schönste Beruf der Welt.“ Seine Ausbildung zum Kaminofenbauer machte Jürgen Tabler 1983. Nachdem er 1990 seine Meisterprüfung abgelegt hatte, stieg er in den Familienbetrieb mit ein.

Seit 2013, nach dem gesundheitlich bedingten Ausstieg des Vaters, ist er alleiniger Geschäftsführer. „Ich kenne viele Kollegen traditioneller Handwerksbetriebe, bei denen es nicht weitergeht“, so Jürgen Tabler. Deshalb ist er froh, dass sein Neffe Alexander Kramer sich für den Beruf und die Weiterführung des Familienbetriebs entschlossen hat.

Seit zehn Jahren arbeitet er schon in der Firma mit. „Ich war früher oft zu Besuch bei Oma und Opa und hatte schon in der 9. Klasse beschlossen, später etwas Handwerkliches zu machen.“ Nach einem Praktikum im Betrieb und dem Realschulabschluss hat Kramer seine Lehre bei seinem Onkel absolviert. „Es ist reizvoll, so ein altes Familienunternehmen weiterzuführen“, meint Alexander Kramer. Noch ist die Übergabe nicht geplant, erst wolle er seine Meisterprüfung ablegen.

Jürgen Tabler, Jahrgang 1966, möchte auf jeden Fall noch gut zehn Jahre den Betrieb leiten. Aber dann denke er auch ans Aufhören, „denn es gibt ja auch ein Leben nach dem Beruf.“ Er habe mit seinem Vater immer gut zusammengearbeitet und so sei es jetzt auch mit seinem Neffen. „Nur zu zweit zu arbeiten ist eher positiv, man kann sich viel schneller abstimmen.“ Viele Betriebe würden sich auch wieder verkleinern.

„Heute wollen die Jungen auch lieber studieren und nicht diesen Stress haben mit langen Arbeitszeiten“, hat Jürgen Tabler festgestellt. „In einem kleinen Familienbetrieb zu arbeiten, muss man schon wirklich wollen.“ Der Einbau von Kachel- und Kaminöfen laufe sehr gut. Ein großes Problem für seine Branche seien heute Billig-Angebote im Internet.

Montage und Service ist dem traditionsreichen Familienunternehmen sehr wichtig, auch der gute und enge Kontakt zu den Kunden. „Die kommen zum Teil auch schon in dritter Generation zu uns“, freut sich Jürgen Tabler. Im Großen und Ganzen sei man sehr zufrieden damit, wie das Geschäft laufe. Zum 250-jährigen Firmenjubiläum vor fünf Jahren habe man den Ausstellungsraum modernisiert und erweitert. „Ich habe mir noch keine Gedanken gemacht, was ich hier anders machen würde, wenn ich mal Chef wäre“, meint Alexander Kramer. „Wahrscheinlich werde ich noch weniger Freizeit haben“, ergänzt er lachend. Aber erst einmal stehe die Meisterprüfung an, für den „schönsten Beruf der Welt.“

Zahlen und Fakten

Gründungsjahr: 1764
Firmensitz: Besigheim
Geschäftsführer: Jürgen Tabler
Mitarbeiter: 1
Ausbildung: aktuell nicht
Leistungsspektrum: Kamin-, Heiz-, Pellets- und Kachelofenbau

www.tabler-kacheloefen.de