Pleidelsheim Im schwäbischen Dialekt

Der Pleidelsheimer Rolf Gerlach hat ein neues Buch veröffentlicht. "Dr Lehmbolla" vereint über 60 schwäbische Mundartgedichte, ergänzt mit Zeichnungen von Peter Ruge.
Der Pleidelsheimer Rolf Gerlach hat ein neues Buch veröffentlicht. "Dr Lehmbolla" vereint über 60 schwäbische Mundartgedichte, ergänzt mit Zeichnungen von Peter Ruge.
Pleidelsheim / JÖRG PALITZSCH 08.11.2014
Mit dem Buch "Dr Lehmbolla" hat der Pleidelsheimer Rolf Gerlach sein siebtes Werk vorgelegt. Darin sind Gedichte im schwäbischen Dialekt mit Zeichnungen von Peter Ruge.

Nein - für Nichtschwaben sind die über 60 Gedichte von Rolf Gerlach nichts. Wer die Grundlagen des Dialekts nicht kennt, sollte erst gar nicht versuchen, Gerlachs knitzen Humor zu verstehen. Als Schwiegersohn von Erich Hermann, dem legendären "Rundfunkfritzle", konnte Gerlach für seine Bücher auch in der Vergangenheit aus einem reichhaltigen Fundus schöpfen, viele Gedichte entstanden aus einer Idee oder einem Witz des "Rundfunkfritzle".

Wer sich an Gerlachs Buch "Dr Lehmbolla" wagt, bemerkt schnell, dass der Autor viel "Hirnschmalz", so sagt er, in seine Gedichte investiert, weil, wie Gerlach findet, es sich lohnt, die Eigenheiten der Mundart näher unter die Lupe zu nehmen. Bei der Lektüre bemerkt man auch, dass viele Ausdrücke aus dem schwäbischen Dialekt bäuerlich geprägt sind und sie im entbehrungsreichen Leben der Vorfahren begründet sind. Schon der Urvater aller schwäbischen Schriftsteller, Thaddäus Troll, ein "Seelenverwandter", wie Rolf Gerlach sagt, wusste, dass der Schwabe meist lakonisch ist und sich mit wenigen Worten begnügt. So sind es die kurzen, fast flüchtig aufgeschriebene Verse, über die man schmunzeln kann: "L.m.a.A em Schwabaland isch jedem Schwaba wohlbekannt. L.m.i.A., i sags euch jetzt, isch des wahre Wort vom Götz. Ond was isch da nos End vom Lied? Probiers, no merksch dr Onderschied!"

Rolf Gerlach ist geprägt von der Pleidelsheimer Scholle, sie ist ihm Heimat und - bis heute - Herausforderung zugleich. Lange Jahre war er Rektor der örtlichen Friedensschule und Gemeinderat, zwei Aufgaben, die ein hohes Maß an Engagement fordern. Manch einer wäre damit schlicht überfordert, nur Gerlach nicht. Die ganze Welt ist dem Pleidelsheimer ein unerschöpfliches Panoptikum voll skurriler Figuren und Begebenheiten. Die Gaststätten, im besonderen die Besenwirtschaften, die Schule, die Medizin, die zwischenmenschlichen Beziehungen, der Nachwuchs, das Pech und das private Glück sind immer wiederkehrende Themen in den Büchern von Rolf Gerlach.

So richtet er auch in seinem neuen Buch "Dr Lehmbolla" zwar den Blick auf eine Welt, die sich ständig verändert, behält sich aber ein Gefühl für die Vergangenheit, die bei ihm eben nicht nur die "gut alte Zeit" ist, der so viele hinterhertrauern. Angereichert ist das Buch mit Zeichnungen von Peter Ruge, der Gerlachs Gedanken aufgreift und gekonnt in Szene setzt. Dazwischen hat Rolf Gerlach eine kleine Erinnerung an einen Freund eingestreut.

Zu sehen ist er selbst mit Pfeife im Mund und der Feder hinter dem Ohr - gezeichnet von dem 2009 verstorbenen Maler Karlheinz Groß.

Info Rolf Gerlach: "Dr Lehmbolla", 120 Seiten, mit zahlreichen Zeichnungen. Hergestellt bei der Druck- und Verlagsgesellschaft Bietigheim, erhältlich bei Rolf Gerlach, Telefon (07144) 2 32 53 für 14,90 Euro.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel