Arbeitsmarkt Im Rathaus gibt’s viele leere Stühle

Im Bietigheimer Rathaus kämpft man gegen den Fachkräftemangel mit mehr Ausbildungsplätzen. Außerdem sucht man auch überregional nach qualifizierten Mitarbeitern.
Im Bietigheimer Rathaus kämpft man gegen den Fachkräftemangel mit mehr Ausbildungsplätzen. Außerdem sucht man auch überregional nach qualifizierten Mitarbeitern. © Foto: Helmut Pangerl
Landkreis Ludwigsburg / Frank Ruppert 08.11.2018

Der Fachkräftemangel ist längst auch bei den Kommunen angekommen. Neben den schon bekannten Engpässen bei Kitas, betrifft das aber auch immer mehr Verwaltungen. Baden-Württembergs Kommunen haben Probleme, offene Stellen zu besetzen. „Vor allem an der Schweizer Grenze und in den Ballungsräumen gibt es zu wenig Bewerber“, sagte der Personalreferent des Gemeindetags, Harald Burkhart, unlängst.

Aber wie sieht es in der Region aus? „Es ist leider sehr schwierig, qualifiziertes Personal zu erhalten – entweder weil der Markt dafür leer gefegt ist oder weil die Bezahlung im öffentlichen Dienst hinter der im gewerblichen Bereich zurückbleibt“, erklärt Anette Hochmuth, Pressesprecherin der Stadt Bietigheim-Bissingen. 13 offene Stellen – Verwaltungsfachangestelle, Sachbearbeiter, IT-Personal aber auch Handwerker – gebe es bei der Stadt derzeit, neben den zehn Erzieherstellen und 30 Ausbildungsplätzen. „Im Erzieherbereich können wir derzeit zwei Gruppen nur zur Hälfte besetzen, weil nicht genug Personal da ist“, sagt sie.

Die Vakanzen in der Verwaltung gehen laut Hochmuth auch zu Lasten des vorhandenen Personals, weil diese dann die Mehrarbeit soweit als möglich auffangen müssen: „Allerdings lässt sich auch nicht immer vermeiden, dass der Bürgerservice eingeschränkt werden muss – so ist zum Beispiel schon seit einiger Zeit das Bürgeramt in Bissingen geschlossen.“ Die Stadt reagiere indem sie Stellen auch überregional ausschreibe und viel ausbilde: „Wir haben 54 Azubi-Stellen, davon 32 im Erzieherbereich“.

„Auch das Landratsamt spürt den Fachkräftemangel. Freie Stellen sind nicht mehr so leicht zu besetzen wie noch vor einigen Jahren“, teilt Dr. Andreas Fritz, Sprecher der Behörde, mit. Sowohl die Quantität als auch die Qualität der Bewerbungen habe deutlich nachgelassen. Vor allem im IT-Bereich und bei Ingenieuren tue man sich schwer. Aber auch in der Sachbearbeitung, speziell dem gehobenen Verwaltungsdienst, sei es unterjährig schwer, passende Fachkräfte zu bekommen.

Das Landratsamt reagiert darauf mit der Erhöhung der Zahl der Ausbildungsstellen und will sich als Arbeitgeber attraktiver machen. „Das ist die Zukunftsaufgabe. Wir haben ein umfangreiches Fortbildungsprogramm, bezahlen 75 Prozent der Kosten einer ÖPNV-Jahresfahrkarte, bauen für knapp drei Millionen Euro eine Kita für 40 Kinder und haben eine sehr großzügige Arbeitszeitordnung“, so Fritz.

Die kleineren Städte im Landkreis haben noch nicht so sehr mit dem Mangel zu kämpfen,  auch wenn es immer wieder offene Stellen gibt. In Bönnigheim ist derzeit nach Angaben von Klaus Walz, Leiter des Fachbereichs Innere Dienste und Bildung, nur eine Stelle unbesetzt. Den Trend erkennt man aber auch in Bönnigheim: „Neben Erzieherinnen trifft der Mangel den technischen Bereich und demnächst wohl auch die Verwaltungsfachkräfte“, sagt Walz.

Nicole Raichle, Sprecherin der Stadt Sachsenheim, berichtet von zwei ausgeschriebenen Stellen. Sachsenheim tue viel für die Beschäftigten. Das positive Image und gutes Arbeitsklima trügen dazu bei, dass alle Stellen besetzt werden können, so Raichle. Eine besondere Situation gab es in Walheim. Quasi mit Antritt der neuen Bürgermeisterin Tatjana Scheerle waren das Vorzimmer und die Stellen des Kämmerers und des Hauptamtsleiters neu zu besetzen. „Wir haben jetzt kein Personalproblem mehr. Die vakanten Stellen sind wieder besetzt“, freut sich Scheerle: „Wir können uns nicht über zu wenige Bewerber beschweren, auch qualitativ war ich mit der Auswahl zufrieden.“

Überschrift Infokasten einzeilig

Anlauf steht hier Text für einen dreispaltigen Infokasten. bz

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