Ingersheim Im Ortskern gibt’s viel zu tun

Das Ingersheimer Sanierungsgebiet „Neue Mitte“  ist 17,5 Hektar groß und umfasst nahezu den gesamten nördlichen Bereich der Ortsdurchfahrt, plus das Areal um Rathaus und Kelter (rechts).
Das Ingersheimer Sanierungsgebiet „Neue Mitte“  ist 17,5 Hektar groß und umfasst nahezu den gesamten nördlichen Bereich der Ortsdurchfahrt, plus das Areal um Rathaus und Kelter (rechts). © Foto: Werner Kuhnle
Ingersheim / Gütnher Jungnickl 22.12.2016

Seit gut zehn Jahren betreibt die Gemeinde schon ihre Ortskernsanierung. Da zwar die staatlichen Fördermittel weitgehend abgerufen sind, aber noch längst nicht alles erreicht ist, hat der Gemeinderat der Erweiterung des Sanierungsgebiet zugestimmt.

„Es ist nicht alles gelungen, was wir gern umgesetzt hätten und die Verwaltung weiß am besten, wo der Schuh drückt“, erklärte Projektentwickler Peter-Uwe Blank von der Wüstenrot Haus- und Städtebau GmbH die derzeitige Situation dem Gemeinderat. Deshalb wurde bereits in der November-Sitzung die Satzung für das bisherige Sanierungsgebiet „Ortskern“ aufgehoben und nun durch die erweiterte „Neue Mitte“ neu festgelegt.

Das gesamte Gebiet ist 17,5 Hektar groß und umfasst nahezu den gesamten nördlichen Bereich der Ortsdurchfahrt, inklusive das Areal um Rathaus und Kelter.

Bereits in seiner Novembersitzung war  den  Gemeinderäten klar geworden, dass die hochgesteckten Sanierungsziele im Ortskern bei weitem nicht erreicht worden waren. Vornehmlich zwischen Hindenburgplatz und Pleidelsheimer Straße, Tiefengasse und Kirchgasse gibt es noch erheblichen Bedarf nach Erneuerung. Denn gerade dort gibt es noch erhebliche Missstände und Mängel, die dringend durch bauliche Maßnahmen beseitigt werden sollten. Dafür wurde bereits frühzeitig ein städtebauliches Neuordnungskonzept entwickelt, das auch öffentlich diskutiert worden ist. Mit den betroffenen Eigentümern wurden auch Gespräche geführt, um ihre Vorstellungen abzufragen und sie zu motivieren, sich an der Sanierung zu beteiligen. Die nötigen Maßnahmen sollen genauso der Stärkung des örtlichen Dienstleistungsangebots dienen, wie möglicherweise der Erstellung neuen Wohnraums durch Umnutzung, Baulückenschließung oder Nachverdichtung. Auch sollte historische Bausubstanz erhalten und modernisiert werden. Alle solche Maßnahmen sollten aber letztlich auch dem hohen Ziel Klimaschutz, der Energieeinsparung und der Reduzierung von  Kohlendioxid dienen.

Bereits im Jahr 2007 war das alte Sanierungsgebiet ins Landessanierungsprogramm aufgenommen und vom Regierungspräsidium Stuttgart für einen Förderrahmen von über 2,4 Millionen Euro Finanzhilfen von 1,46 Millionen Euro genehmigt worden. Doch diese Fördermittel sind jetzt fast vollständig abgerufen. Da der Bewilligungszeitraum am 30. April 2017 ausläuft, wurde von der Gemeindeverwaltung bereits eine Verlängerung um ein Jahr beantragt.

Der Gemeinderat beschloss Satzung zur  Erweiterung des Sanierungsgebiets „Neu Mitte“ ohne größere Diskussionen einstimmig.