Dreharbeiten Im Karl-Ehmer-Stift wird die wichtigste Szene gedreht

Ingersheim / Gabriele Szczegulski 14.07.2018

Nicht jeden Tag laufen den Bewohnern des Karl-Ehmer-Stifts in Ingersheim Stars wie Andrea Sawatzki, Jennifer Ulrich und Oliver Wnuk über den Weg. „Ja, die Sawatzki kenne ich schon aus dem Fernsehen“, sagt eine Dame im Rollstuhl ganz ungerührt. Nach einem Autogramm wollte sie die Schauspielerin, die nur eine ganz kurze Szene in Ingersheim am Donnerstag drehte, nicht fragen, „warum auch?“. „Unsere Bewohner waren zwar sehr gespannt, aber jetzt sind sie unaufgeregt“, sagt Kerstin Wulle, die Heimleiterin.

Ein Team des Ludwigsburger Film- und Fernsehlabors hat sich für die Sat1-Eigenproduktion „Hilfe, meine Mutter bekommt mein Kind“ das Karl-Ehmer-Stift als Drehort ausgeguckt. „Wir waren total überrascht, als der Produktionsleiter anrief“, so Wulle. Der Produktionsleiter, das ist der Stuttgarter Tommy Niesser. „Wir halten uns an den Tagesablauf der Senioren und wollen diesen so wenig wie möglich stören“, sagt er. Ein Drehort-Scout hat ihn auf das Stift gebracht, das im Film  ein Berliner Krankenhaus darstellt. „In einem richtigen Krankenhaus zu filmen, ist sehr schwierig, deswegen sind wir hier, filmen in mehreren Räumen, dem Eingangsbereich, den Fluren und dem Bad“.

Am Donnerstag und Freitag wurden die letzten sieben Minuten des Films gedreht, in dem, nur so viel verrät Niesser, Andrea Sawatzki, im Film Lola, das Kind ihrer Tochter Marie (Jennifer Ulrich) und ihres Schwiegersohns Benny (Oliver Wnuk) zur Welt bringt. „Es ist der Showdown, der Höhepunkt des Films, und die wichtigste Szene, denn hier löst sich die Dramatik auf“, erklärt Tommy Niesser.

Bei der Sat1-Eigenproduktion, führt Florian Kittel Regie und Thorsten Robert Harms die Kamera, beide sind Absolventen der Filmakademie-Ludwigsburg und beim Film- und Fernsehlabor.

Nettes Filmteam

Um nicht zu sehr im Heim zu stören, stehen auf dem Parkplatz dahinter mehrere Lkw, Transporter und Container. Sogar eine Garderobe und einen Wagen für die Maske sowie einen Catering-Truck gibt es. Selbst den Strom haben die Filmleute sich mitgebracht. Zwei Fahrradfahrer wollen den Weg am Stift vorbei nehmen, sind erst sauer, weil sie Schlangenlinien fahren müssen, um das Equipment zu umgehen. Ein Filmmitarbeiter bietet ihnen einen Kaffee an, dann ist alles wieder gut.

„Wir würden das nicht andauernd machen, aber das heißt nicht, dass wir nicht wieder ein Filmteam hier haben wollen, alles lief einwandfrei. Die Filmleute haben uns sogar geholfen, schwere Sachen zu transportieren“, sagt Kerstin Wulle. Das Heim bekommt eine Aufwandsentschädigung von der Filmfirma. „Davon machen wir ein Sommerfest für Bewohner und Mitarbeiter“, sagt die Heimleiterin.

Wenn der Film Ende November/Anfang Dezember im Fernsehen kommt, soll er gemeinsam im Stift angeschaut werden. „Allerdings werden wir nur unseren Eingangsbereich wiedererkennen“, so Wulle.

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