Rettungsgasse Hunderte Verstöße gefilmt

Peter Widenhorn ist Sprecher des Polizeipräsidiums Ludwigsburg.
Peter Widenhorn ist Sprecher des Polizeipräsidiums Ludwigsburg. © Foto: Polizei
Kreis Ludwigsburg / Frank Ruppert 09.01.2019

Weil es immer wieder zu Behinderung der Rettungskräfte wegen unvollständiger Rettungsgassen kommt, hat das Landesinnenministerium für einen Pilotversuch beim Polizeipräsidium Ludwigsburg fünf Autos mit einer sogenannten Dashcam ausgestattet, einer Kamera im Auto, die etwaige Verstöße aufzeichnet. Wie das abläuft, verrät der Pressesprecher der Ludwigsburger Polizei, Peter Widenhorn.

Herr Widenhorn, gibt es spezielle Rettungsgassen-Streifen?

Peter Widenhorn: Die Überwachung erfolgt im Rahmen des regulären Dienstes, durch nicht gebundene Streifenwagenbesatzungen. Nur speziell für die Überwachung der Rettungsgasse werden keine gesonderten Kräfte vorgehalten. Die Überwachung erfolgt anlassbezogen bei entsprechenden Staulagen.

Wie lange läuft der Pilotversuch?

Es handelt sich um ein Pilotprojekt der Polizeipräsidien Freiburg und Ludwigsburg. Für das Polizeipräsidium Freiburg wurde das Projekt Dashcam mit Schwerpunkt Rettungsgasse durch das Innenministerium im Januar 2018 genehmigt. Das Polizeipräsidium Ludwigsburg schloss sich im Juni 2018 dem Projekt an. Voraussichtlich im März wird ein  Abschlussbericht vorgelegt.

Wie läuft das konkret ab? Fährt ein Wagen immer hinter dem Rettungswagen?

Wie bereits geschildert, erfolgt die Überwachung der Rettungsgasse mit verfügbaren freien Kräften. Die Dokumentation möglicher Verstöße wird nicht durch die „erste“ Streife die zum Unfall fährt durchgeführt, sondern durch zusätzliche Kräfte im Anschluss. Es wird nicht gezielt hinter einem anderen Fahrzeug  mit Sonder- und Wegerechten gefahren. Die Überwachung erfolgt sozusagen frei.

Wie viele Verstöße wurden schon verzeichnet?

Wir haben derzeit bereits mehrere Hundert Verstöße registriert. Eine exakte Zahl werden wir erst im Laufe des Monats haben, da noch eine gewisse Anzahl Aufnahmen ausgewertet werden müssen.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel