Hohl: Über jede Qualitätsrichtung Gedanken machen

BZ 01.07.2014

Kreis Ludwigsburg. Württembergs Weinbauverbandspräsident Hermann Hohl fordert neue Mengenregelungen für den Weinanbau mit verstärkter Berücksichtigung des Marktes und regionaler Besonderheiten. "Eine generelle Mengenregelung passt nicht mehr in diese stark wettbewerbsorientierte Zeit", so Hohl. "Wir müssen darauf achten, dass wir passende Angebote machen. Wir müssen uns für jede Qualitätsrichtung und jedes Preissegment Gedanken machen über angepasste Produktionsmengen, die zum Produkt passen und entsprechende Erlöse erzielen".

Hohl schlägt deshalb ein Stufenkonzept mit unterschiedlichen Produktionsmengen für unterschiedliche Vermarktungsschienen vor. "Es geht nicht um gesetzliche Maßnahmen, sondern Regelungen auf freiwilliger Basis in Form einer Wirtschaftsvereinbarung der Branche". Das betreffe neue Erziehungsmethoden (Minimalschnitt) ebenso wie Premiumwein-Strategien. Mit den Praktikern will der Weinbauverband Württemberg geeignete Konzepte entwickeln.

Die Gemeinde- und Kreisräte, die in diesen Tagen in Württemberg nach den Wahlen ihr neues Amt antreten, ermuntert Hohl, sich vor Ort verstärkt den Themen Wein und Tourismus, Bauen im Außenbereich, Steillagenerhalt und Weinbauberatung zu widmen. Kritik übt Hohl an der Weiterentwicklung des Themas Wein und Tourismus, bei dem er "keinen überzeugenden Fortschritt" sieht. Hemmnisse seien nach wie vor Eifersüchteleien zwischen den Anbietern und für Touristen fehlende attraktive Angebote, die auch wirkungsvoll überregional vermarktet werden.