Ingersheim Hohe Kosten und viel Ärger Schwerpunkt: Schwierige Sanierung der Ingersheimer Schule

Die Sanierung der Ingersheimer Schillerschule zögerte sich hin, weil alle Beteiligten Firmen um den Bestand "herumbauen" mussten. Jetzt erst gibt es eine exakte Abrechnung, der am Dienstag der Gemeinderat zustimmen muss.
Die Sanierung der Ingersheimer Schillerschule zögerte sich hin, weil alle Beteiligten Firmen um den Bestand "herumbauen" mussten. Jetzt erst gibt es eine exakte Abrechnung, der am Dienstag der Gemeinderat zustimmen muss. © Foto: Martin Kalb
Ingersheim / JÖRG PALITZSCH 21.11.2015
Die Ingersheimer Schillerschule an der Ecke Wilhelm- Schillerstraße ist ein schmuckes Bauwerk. Die Sanierung zog sich allerdings Jahre hin, es gab Kostensteigerungen und viel Ärger.

Wenn dem Gemeinderat bei seiner Sitzung am kommenden Donnerstag die Kostenabrechnung der Sanierung der Ingersheimer Schillerschule vorgelegt wird, wird man sich noch einmal an die "unendliche Geschichte" der Sanierung erinnern.

Erste Überlegungen dafür gab es schon 2008, aber erst Mitte 2010 fiel ein entsprechender Beschluss, der sich mit rund drei Millionen Euro Kosten niederschlug. Die Grundschule musste fit für die Weiterentwicklung der Schulkindbetreuung gemacht werden - inklusive einer neuen Mensa, Schulküche, Lehrerzimmer und Kursräume. Allein - das Geld war nicht vorhanden, so sollte die Sanierung komplett über Schulden finanziert werden. Als dann aber das Dach undicht und erhöhte Schimmelbildung festgestellt wurde, war die Sanierung unaufschiebbar. Bis zum März 2011 mussten schon 106 000 Euro in die Luftreinhaltemaßnahmen investiert werden. In der Folge wurde dann gleich die Sanierung des Daches über dem neueren Teil der Schule vorgezogen. Zwei kleinere Maßnahmen, der Umbau der Hausmeisterwohnung als auch der Ausbau der Dachbodenfläche im Altbau, kamen hinzu.

Die eigentliche Schulsanierung erfolgte ab August 2012. Um die Baumaßnahme am Stück erledigen zu können, wurden die Schüler der Ingersheimer Grundschule in einer Containeranlage untergebracht. Die Ausschreibung der Anlage musste zwei Mal erfolgen, weil das erste Angebot die kalkulierten Kosten von rund 600 000 Euro um 400 000 Euro überschritt. Bei der Sanierung machte der Rohbau die größten Sorgen, Bürgermeister Volker Godel war fast täglich auf der Baustelle. Alle beteiligten Firmen mussten praktisch um den verbliebenen Bestand herumbauen. Hinzu kamen mangelhafte Bauausführungen, die eine enorme Verzögerung mit sich brachten.

So waren an der Sanierung der Ingersheimer Schillerschule 52 Firmen beteiligt, davon allein 41 Baufirmen. 15 Aufträge für Architekten, Planer und sonstige Ingieneure wurden vom Gemeinderat an elf Büros vergeben.

Im April 2013 waren die Baukosten inklusive Ausstattung auf 4,5 Millionen Euro angewachsen, wobei zu diesem Zeitpunkt noch längst nicht alles abgerechnet war. Außerdem war noch nicht bekannt, in welchem Ausmaß die Heizungsanlage geändert werden musste. Der Grund: Es drückte ständig Grundwasser in die Räume, vor allem in den Lagerraum für die Holzpellets. Dann dauerte es nochmals ein Jahr, bis alle Firmen ihren Verpflichtungen nachkamen, die richtigen Bescheinigungen für die brandschutzrechtlichen Genehmigungen auszufüllen und ihre Gewerke entsprechend herzustellen. Im Dezember 2013 fand die Einweihungsfeier der neu sanierten Schule in Ingersheim statt. Die Gesamtkosten für den Schulbau hatten sich auf insgesamt 5,1 Millionen Euro eingependelt, plus die Kosten für die Schulcontainer in Höhe von rund 700 000 Euro, plus die Kosten für die Zusammenlegung der Schulheizanlage mit der Heiz-Anlage der nahen SKV-Halle mit 113 000 Euro. Die Heizungsanlage selbst wurde erst im Juli 2015 fertig. Die Landesförderung für die gesamte Maßnahme belief sich auf 668 000 Euro.

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