„Bei uns laufen die Vorbereitungen bei einer Hochwasserwarnung schon routinemäßig ab“, sagt Stefan Maier, stellvertretender Stadtbaumeister in Besigheim. „Unsere Situation ist speziell, wegen der Mündungsstelle der Enz in den Neckar, da treffen zwei Hochwasserscheitelwellen aufeinander.“ Als am Montag die Hochwasserwarnung aus dem Landratsamt kam, war der Bauhof schon lange in Habachtstellung. „Wir beobachten immer die Pegelstände und die Hochwasser-Frühwarnung der Landesanstalt für Umwelt – vor allem, wenn es so regnet wie die letzten Tage“, sagt Maier. Der Neckar mache ihm aber wenig Sorgen, hier seien Hochwasserdämme und die Schleusen ein sicheres Mittel gegen Hochwasser.

Wasserpegel: 3,75 Meter

Wichtig zur Einschätzung für die Besigheimer Lage ist vor allem der Pegelstand der Enz bei Vaihingen. „Wenn dort der Pegelstand hoch ist, wissen wir, dass uns die Hochwasserwelle trifft.“ 3,75 Meter hoch war der Pegel der Enz am Montag und Dienstag, 3,95 Meter seien, so Maier, der Referenzpegel für das sogenannte zweijährige Hochwasser. Der durchschnittliche Normalpegel der Enz stehe bei 1,25 Meter. Also wurden alle Vorbereitungen getroffen, um die Gefahr durch Hochwasser so gering als möglich zu halten. Der Enztalradweg, der stellenweise leicht überflutet ist, wurde in beide Richtungen, nach Bietigheim und Walheim, gesperrt, Warnschilder auf dem Enzplatz aufgestellt. „Hier sollte möglichst keiner parken“, so Maier.

Die Bauarbeiten am Parkhaus für den Enzpark und die neue Brücke wurden eingestellt. Zurecht, da am Montagabend die Baustelle überflutet war, jedoch ohne dass es Schäden gab. „Wir wussten von Anfang an, dass der Enzpark an einer Überflutungsstelle gebaut wird, deswegen gibt es ein Konzept bei Hochwasser“, so Maier. Erst an diesem Mittwoch werden – wenn der Wasserpegel wie vorhergesagt sinkt – die Bauarbeiten fortgesetzt. In der Besigheimer Altstadt sind historische Gebäude wie die Badstube bei Hochwasser gefährdet. Dafür hat die Stadt mobile Hochwasserschutzbalken angeschafft. „Bisher war die Lage aber harmlos“, sagt Maier.

Hochwasseralarmplan

Auch in Bietigheim-Bissingen halten sich die Schäden durch Hochwasser in Grenzen, sagt Sprecherin Anette Hochmuth. Enz und Metter traten streckenweise über die Ufer. Es wurden gemäß dem Hochwasseralarmplan vereinzelt Wege gesperrt, zum Beispiel der Langwiesenweg, die Unterführung Farbstraße beim Kindergarten oder an der Fischerhütte Untermberg. „An diesen Stellen sind Enz beziehungsweise Metter wie üblich leicht über die Ufer getreten“, so Hochmuth.

In Oberriexingen ist die Enz wie schon am Montag auch am Dienstag über die Ufer getreten, sodass die Ortseinfahrt vor der Enzbrücke gesperrt werden musste. Bürgermeister Frank Wittendorfer geht davon aus, dass die Sperrung an diesem Mittwochmorgen aufgehoben werden kann.

Insgesamt fällt auch das Fazit  des Landratsamts Ludwigsburg,  dem auch Kreisbrandmeister Andy Dorroch zugeordnet ist, entspannt aus. „Es gibt einige Hochwasser-Situationen im Landkreis, weshalb zum Teil Durchlässe, Brücken und Straßen gesperrt sind. Feuerwehreinsätze sind bisher aufgrund des Hochwassers noch nicht aufgelaufen. Durch den Sturm heute Nacht kam es zu rund zehn Bagatelleinsätzen“, erklärt Caren Sprinkart, Sprecherin des Landratsamts am Dienstag./